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You’re It!: Linking Up Research Papers Using Tags

Timo Hannay („I work for Nature Publishing Group (NPG) as head of web publishing“) schreibt bei You’re It! Lesenswertes über Natures Folksonomy-Tool für die Dokumentenserver-Software Eprints (siehe auch den netbib-Beitrag von gestern.) Bei der U Southampton läuft das Tool, wie man anhand der Seite zu dem neuesten Papier von S. Harnad beobachten kann. Und beobachten sollte – denn das ist wirklich das interessanteste Experiment, was ich bisher in dieser Richtung gesehen habe.
Warum?

  • Weil es sich um ein Mashup zwischen einem Anbieter „echter“, wertvoller Informationen und einer existierenden Folksonomy handelt. Folksonomies neu zu gründen, um neue, interessante technische Funktionen auszuprobieren ist völlig legitim, solange man die Anwenderdaten Open Access und über geeignete offene Anwendungsschnittstellen zur Verfügung stellt. Als Informationsanbieter eine Folksonomy nur neu zu gründen, um Adressaten an das „eigene Produkt“ zu binden ist hingegen albern und geht vor allem an den Möglichkeiten einer derartigen Klassifizierung ziemlich vorbei.
  • Man muÃ? jedoch bei dem integrierten Folksonomy-Dienst (in diesem Fall Connotea) angemeldet sein, um fremde und eigene Tags sehen und benutzen zu können. Damit ist das Problem der Abgrenzung zwischen den Partnern des Mashups und ihren jeweiligen Dienstleistungen recht elegant gelöst. Wer den Dokumentenserver „traditionell“ verwenden will kann das ungestört durch Tags und dergleichen weiterhin tun, Punkt.
  • Es gibt eine Empfehlungsfunktion, die ermittelt, welche anderen Adressen (auch jenseits des Dokumentenservers in Southampton!) bei Connotea ähnlich getaggt worden sind. Ein Hauch von Amazon, aber warum nicht?

Nun aber zu der Eigenschaft, die mir noch fehlt:

  • Ich möchte nicht nur Tags sehen, sondern auch Benutzer. Wer hat das Dokument getaggt? Und ich möchte nicht nur andere Adressen empfohlen bekommen, sondern auch andere Benutzer. Welche Benutzer haben ähnliche Dokumente wie ich getaggt?

AbschlieÃ?end kurz zur Begründung des letzten Punkts: Folksonomies dienen nicht nur dem gemeinschaftlichen ErschlieÃ?en von Dokumenten, sondern – untrennbar damit verbunden – dem wechselweitigen Auffinden von Benutzern mit einem bestimmten Interessen oder einer bestimmten Expertise. Selbst wenn sie sich hinter einem Pseudonym verstecken können sie Wegweiser durch den Informationsdschungel sein.

Autor: Lambert Heller

Librarian 2.0, interested in knowledge management, publishing and communities on the web. Likes Open Access / Open Data. Hannover, Germany.

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