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„Volltextsuche Online“ – Prototyp vorgestellt

Auf der Buchmesse stellten der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und dessen Marketingtochter MVB ihre „Volltextsuche online“ vor. Das Projekt ist eine Reaktion auf Google, soll aber keine Konkurrenz darstellen. Der Prototyp kann ab November mit Inhalten gefüllt werden. 70 Verlage wollen sich bisher beteiligen, insgesamt sollen 10.000 Titel aufgenommen werden. Pro Titel und Jahr kostet das Angebot 17 Euro, wer sich bis März 2007 anmeldet, bekommt das erste Jahr kostenlos. Eine eigene Suchmaschine soll nicht entwickelt werden, mit Google werden nach Angabe von Hauptgeschäftsführer Skipis Gespräche geführt.
Die Zögerlichkeit der Branche wurde als Stärke gefeiert: „Verleger denken gründlich und lange nach und sind nicht für Schnellschüsse zuständig“, sagte Börsenvereinsvorsteher Honnefelder, räumte aber ein: „Man hätte sich dieses Projekt auch schon früher vorstellen können“. Skipis warb für die Teilnahme weiterer Verlage: „Wenn wir mit 10 000 Titel nach einem Jahr herumdümpeln, dann haben wir das Thema vergeigt.“
Weiteres im Heise-Newsticker.

Autor: FH

Frank Wiederhold ist als Diplom-Bibliothekar bei der Bezirksregierung Düsseldorf im Bereich Beratung und Förderung der öffentlichen Bibliotheken tätig. Er möchte mit Berichten aus den Randbereichen der Bibliothekswelt den Blick über den Tellerrand erweitern und aktuelle Themen aufgreifen. Seine Beiträge geben seine persönliche Meinung wieder und sind keine offizielle Stellungnahme seines Arbeitgebers.

2 Kommentare

  1. Bevor jemand nachfragt: das abschließende Zitat von Skipis stammt samt Tippfehler aus einer dpa-Meldung, die so auch z.B. von der Netzzeitung übernommen wurde.

  2. Ich habe mir den Prototypen angeschaut und eine Präsentation von Kurt Hammes von MVB angeschaut. Hmmm. 10.000 Titel halte ich für ein eher optimistisches Ziel angesichts der Ausgangslage. Vielleicht hat MVB mit dem Börsenverein im Rücken aber auch andere Methoden ausser guten Features. Das erste Jahr ist für Verlage kostenlos.