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10 Ideen für den Bibliotheks-Podcast

Wie Edlef schon berichtete, haben wir uns gestern über technische Möglichkeiten – insbesondere der mobilen – Erstellung von Podcasts informiert. Abends zu Hause habe ich dann mal angefangen, Ideen für Inhalte von Bibliotheks-Podcasts zu sammeln. Hier ist mein bisheriges Ergebnis – Ergänzungen natürlich sehr erwünscht:

  1. RegelmäÃ?ige Berichte zu neuen Services und Angeboten
  2. Audio-Führungen â?? in der bibliotheksverwandten Kulturinstition Museum (wenngleich auf anderer technischer Basis) schon seit Jahrzehnten ein Renner!
  3. Interviews mit Leitungspersonen in der Bibliothek zu längerfristigen Planungen
  4. Interviews mit BenutzerInnen über das, was sie an der Bibliothek mögen und was sie nicht mögen â?? plus Kommentare von der Bibliothek dazu. Oder sogar BenutzerInnen eine regelmäÃ?ige â??Audiokolumneâ?? im Podcast geben.
  5. Literatur vorlesen â?? keine Ahnung, wie das rechtlich ist, aber gemeinfreie Werke sollten doch gehen, oder? Oder, wie für uns in der Stabi Hamburg als Landesbibliothek, einen Hamburg-Literatur-Podcast ins Leben rufen
  6. Mitschnitte von Lesungen
  7. Fünf-Minuten-Tipps zur Recherche
  8. Vorstellung von Rara und Handschriften und anderen besonderen Büchern. Vielleicht sogar mit Musik aus der jeweils passenden Epoche?
  9. Interviews mit ProfessorInnen über bestimmte Lehrbücher
  10. Mit anderen Podcastern Ihrer Institution kooperieren â?? Gastbeiträge erlauben und selbst anbieten.

Ganz inspirierend in dem Zusammenhang fand ich den Podcast von Chris Krenz mit dem Titel „Learning to speak – creating a library podcast with a unique voice.“

15 Kommentare

  1. Den vierten Punkt finde ich ganz großartig, weil man damit nämlich direkt die Leser erreicht und auch so Feedback bekommt – außerdem finden es die meisten Leute ganz spannend befragt zu werden. Na ja, meistens. 😉
    Literatur vorlesen – gemeinfreie Werke sind kein Problem, etliche CC-lizenzierte Werke sollten auch verfügbar sein vermute ich mal, selbst hier in Deutschland wo man es ja nicht unbedingt mit diesen Lizenzen hat. 😉
    „Bibliothek für Dummies“ fiele mir noch ein – also spezielle Podcasts für Erstnutzer oder Podcasts, die genrell mal erklären was denn die Bibliothek so hat und anbietet und wie man das nutzt.

  2. Es ist immer wieder nervend, wie wenig die Bibliotheken den Kontakt zu freien Projekten suchen. Wenn man gemeinfreie Literatur vorliest (in den USA sind Märchen der Renner), sollte man die Resultate unter freier Lizenz (CC-BY) im Rahmen von der „Gesprochenen Wikisource“ zugänglich machen:

    http://de.wikisource.org/wiki/Wikisource:Gesprochene_Wikisource

    Bislang stehen 99 gesprochene Werke (meist Gedichte) zur Verfügung. Umgekehrt darf und soll man sich natürlich an den Werken von Wikisource bedienen, dazu sind sie ja frei.

  3. Nicht zu vergessen die Vorstellung von Hörbüchern. Siehe auch http://www.hoerbuch-und-podcast-blog.de/

    Im Rahmen von gesprochenen ausführlicheren Rezensionen ist es rechtlich aufgrund von § 51 UrhG zulässig, kurze Ausschnitte aus den besprochenen Hörbüchern wiederzugeben. Das gilt auch für Musik bei Vorstellung neuer Musikmedien. Betonung auf „kurz“, wobei bei einem Musikstück eher 10-20 Sekunden als kurz gelten dürften, während es bei einem Hörbuch schon ein oder zwei Minuten sein können.

  4. Wir hatten gestern bei uns an der HAW Projektvorstellung für die Studiengänge „Bibliotheks- und Informationsmanagement“ und „Medien und Information“.

    Da wird es auch ein Projekt „Podcasting & Vodcasting Services“ geben. Leider gibt es noch keine Projektbeschreibung online, aber es soll wohl auch im Verlauf ein Podcast selber geplant und erstellt werden, wobei die Asta als möglicher Kandidat genannt wurde (warum nicht die Bibliothek…?). Ich bin nicht in dem Projekt, aber ich könnte es mir ja auch interessant vorstellen, wenn das Projekt auch direkt in die Praxis einsteigen würde und nicht zu sehr „theoretisieren“ würde. Vielleicht könntet ihr da ja zusammenkommen mit solchen konkreten Vorschlägen und Fragen.

    Das ist jetzt nur eine ganz spontaner Gedanke, welcher mir gerade dazu kam… 😉

  5. Das ist eine hervorragende Idee und sehr gute Themenvorschläge – das würde ich auch gerne machen. Ich habe übrigens bei der Vorbereitung einer Lehrveranstaltung über social software zwei interessante Verzeichnisse für Podcasts im Bildungsbereich gefunden: Educational Podcasting for teaching and learning (http://recap.ltd.uk/podcasting/index.php) und Education podcast Network (http://epnweb.org/). Bei letzterem sind unter der Kategorie „Information skills“ auch Podcasts aus Bibliotheken zu finden, z.B. „What’s New at the Lunar and Planetary Institute Library“ oder „open stacks“.

  6. Was in KGs Vorschlag implizit mitklingt: Es wäre doch schön, wenn nicht jede Bibliothek hier ihr eigenes Süppchen kochen würde. Es muss ja nicht unbedingt ein formelles Gremium und länderübergreifende Verträge geben; aber wenn sich ein paar potentiell podcastende Bibliotheken zusammensetzen würden und vielleicht auch Beiträge gemeinsam gestalten würden, in die man dann vielleicht das bibliotheksspezifische Jingle nur noch einbauen muss, wäre doch sehr vielen geholfen, besonders denen, die für solch einen Service keine Zeit oder Ressourcen haben.

    Diese Beiträge könnte man auch in Wikisource stellen. Mögliche Themen wären da einmal die schon erwähnten Einführungsthemen (wozu benutze ich einen Bibliothekskatalog etc.) oder freie Literatur (Märchen, Gedichte, Kurzprosa).

    Unnötige Mehrfacharbeit gibt es oft genug.

  7. Also so etwas wie einen Austauschserver oder eine Plattform, wo man einzelne Beiträge hochlädt und diese dann verwenden darf – gute Idee.
    Formelles Gremium wäre auch nicht nötig wenn man die Beiträge unter eine CC-Lizenz stellt.
    Wikisource wurde ja schon als Quelle für freie Literatur genannt, natürlich darf da Librivox nicht fehlen – ich glaube die Anthologie mit den deutschen Dichtern nähert sich allemählich der Vollendung und soweit ich mitbekommen habe werden momentan auch deutsche Werke vertont – E.T.A. Hoffmans „Elexire des Teufels“ glaube ich, gesehen habe ich noch auf die Schnelle im Forum „Peterchens Mondfahrt.“
    Insofern – vielleicht sollte man ein Netzwerk gründen? Die interessante Frage wäre dann aber nicht wer das betreuen soll – dafür würden sich wohl Leute finden lassen vermute ich mal – sondern wenn es eine zentrale Anlaufstelle gibt wo die sein könnte.
    Ich werd mal in der Biblioliste fragen ob es vielleicht sowas in der Art schon gibt. Spannendes Thema allerdings, in der Tat. 🙂
    Ad Astra

  8. A propos, darf ich mich an dieser Stelle durchaus zur „peinlichen privaten Pod-Show“ bekennen wie es so nett in der Projektbeschreibung der HAW heißt? 😉
    Ich hoffe mal der Netbib-Podcast fällt nicht unbedingt in diese Kategorie. SCNR.
    Ad AStra

  9. Also so etwas wie einen Austauschserver oder eine Plattform, wo man einzelne Beiträge hochlädt und diese dann verwenden darf – gute Idee.
    Formelles Gremium wäre auch nicht nötig wenn man die Beiträge unter eine CC-Lizenz stellt.

    Jein. Ich dachte nicht nur an einen Server für gemeinsame Server. Dafür würde zur Not nur irgendwo Webspace gefunden werden müssen. Vielversprechender erscheint mir ein von Anfang an modular und inhaltlich und von der Erscheinung relativ kompatibel zueinander konzipiertes Gesamtprogramm. Darüber müsste man mal genauer nachdenken…

  10. Ich glaube auch, dass man bestimmt einiges an Erfahrungen und Inhalten austauschen könnte. Leider haben wir noch nicht mal angefangen… Und bei aller Effizienz von derlei „Synergieeffekten“ glaube ich aber auch, dass so etwas wie Lokalkolorit ein ganz wichtiger Erfolgsfaktor von Bibliotheks-Podcasts wäre. Ich glaube, die Hörer wollen nicht unbedingt was von der Stange – zumindest sollte man den Anteil von solchen allgemeingültigen Inhalten relativ klein halten. Genau wie ein Bibliotheks-Blog sollte ein Bibliotheks-Podcast meiner Ansicht nach möglichst viel Gesicht zeigen, um nicht als langweiliges Marketing-Instrument rüberzukommen.

  11. Natürlich wäre das Lokalkolorit das A und O eines derartigen Podcasts, unwidersprochen. Deshalb sollte von Anfang an eine klare Trennung zwischen den lokalen Inhalten und den überregionalen (Infra-) Strukturen angestrebt werden.

    Nicht jeder Bibliothek soll allein herausfinden, wie sie den ganzen Technikaufwand zu leisten hat, siehe den aktuellen ES-Podcast-Versuch mit dem Hinweis, wie einfach der Edirol zu handhaben ist. Nicht jeder sollte sich um den Webspace kümmern müssen. Andererseits sollte der Blick über den Tellerrand nicht vernachlässigt werden – gute Ideen anderer Bibs sollten auch den eigenen Lesern präsentiert werden, damit man mit diesen gemeinsam in eine mögliche Vor-Ort-Implementierung einsteigen könnte.

  12. Richtig.

    Audacity kann jeder bedienen, und auch andere Software für die Erstellung eines Podcasts ist überall frei verfügbar, ebenso günstige Hardware und Anleitungen und Howtos en masse. Webspace kann auch jeder bekommen.

    Aber die Hürde solle möglichst gering sein. Ich dachte bei der potentiellen Nutzergruppe der modularen Podcasts auch nicht primär an große Uni-Bibliotheken, sondern eher an Stadtbibliotheken, OPLs oder kleine Fachhochschulbibliotheken. Also Institutionen, die einen erhöhten Aufwand normalerweise nicht stemmen können. Mehr dazu in Kürze…

  13. Da Netbib gerade Performanceprobleme zu haben scheint(?) ein vorerst letzter Versuch: Ideensammlung zu modularen und gemeinsamen bibliothekarischen Podcasts.

  14. Pingback: Wespennest