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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Netzwerk Library 2.0

Bill Drew hat bei dem Mashup-Dienst Ning ein Library 2.0-Netzwerk erstellt. Vielleicht eine Gelegenheit, mit einigen Kolleginnen und Kollegen aus anderen Ländern locker über die Bibliothek 2.0 ins Gespräch zu kommen? Es ist doch jedenfalls ein Jammer, wie viele Bibliothekare hierzulande (und sicherlich auch anderswo) vereinzelt Projekte ausbrüten, und so wenig über das, was sie tun, bloggen, Wikis schreiben, was auch immer, daÃ? kaum mal eine gesprächsartige Situation entsteht. Bibliothek 2.0 wird man nicht durch isolierte, eigene Entwicklungen, mit denen man dann im Vergleich zu anderen Einrichtungen als besonders pfiffig und fortschrittlich dasteht. Vielmehr besteht Bibliothek 2.0 aus lauter Veränderungen und Aufgaben, die de facto nur gemeinsam zu bewältigen sind. Klingt nach Binsenweisheit, stimmt aber trotzdem.

Erster lustiger Effekt von Bill Drews Netzwerk auf mich: Durch ein Formularfeld meiner „persönlichen Profilseite“ sah ich mich dazu genötigt, kurz zu sagen, was mein Interesse an Bibliothek 2.0 ist. Gefragt, ausgefüllt:

Some of my current interests are:

  1. The utility of weblogs for learning, knowledge dissemination & communities. A classic, at least in library2.0 terms…
  2. The arising „metadata revolution“ around user-owned, free flowing metadata. Think del.icio.us, LibraryThing etc.
  3. The – yet to be discovered, acknowledged & enhanced – convergence between document repositories and wikis.
  4. Librarians as „community technology stewards“ (Nancy White, Etienne Wenger et al.)

Was interessiert euch, Bibliothekare und Nicht-Bibliothekare, an der Bibliothek 2.0? Join the conversation!

Autor: Lambert Heller

Librarian 2.0, interested in knowledge management, publishing and communities on the web. Likes Open Access / Open Data. Hannover, Germany.

6 Kommentare

  1. Zu Deiner Binsenweisheit: genau die sind, die so oft aus dem Auge verloren werden. Durch meine Einblicke in die Bib2.0-Bemühungen verschiedener Einrichtungen und vor allem die tollen Blogs zum Thema aus der Bib-Szene selbst zeigen mir wie Groß das Potential, aber auch der Bedarf an Austausch ist. Besonders gut von Deinen 4 Punkten hat mir der zweite gefallen „Arising metadata revolution“. Danke für den Linktipp… Grüße aus Trier

  2. Hallo Steffen, danke für dein Feedback!
    Tja, das mit der Metadatenrevolution will ich bei anderer Gelegenheit noch einmal näher ausführen… Vielleicht nur ganz kurz, warum ich in diesem Zusammenhang von einer Revolution spreche:
    Der Bibliothekar Elmar Mittler hat die jüngsten Umbrüche an den Bibliotheken mal eingeteilt in Bearbeitungsrevolution (d.h. Einführung der elektronischen Bestandsverwaltung/Katalogisierung), Informationsrevolution (Information der Benutzer durch Onlinekataloge) und schließlich Benutzungsrevolution (die Medien selbst werden elektronisch – das ist die derzeit laufende Veränderung). Ich vermute, daß die Benutzungsrevolution seit zwei oder drei Jahren dabei ist, die Informationsrevoltuion wiederanzufachen, und mein Vorschlag wäre, dies Metadatenrevolution zu nennen.
    Um diese Revolution mal kurz bildhaft zu skizzieren: Bisher waren Online-Kataloge de facto Container. Gehirnschmalz und Engagement von Bibliothekaren war vor allem darauf gerichtet, diesen großen, teuren Container sorgsam zu befüllen, ihn zu einem möglichst getreuen Abbild eines Bibliotheksbestandes o.ä. zu machen. Benutzer können mit großen Mühen in kleinen Häppchen und auf vorgegebenen Wegen Inhalte aus diesem Container extrahieren. Zugleich gibt es ein explodierendes Wachstum „grauer“ Literatur, nämlich frei schwebender, stark vernetzter, oft sehr kleinteiliger Dokumente im Internet, die in diese wunderbaren Container einfach nicht hineinpassen wollen. Und ebenfalls zugleich gibt es eine Allmende ebenfalls freischwebender und stark vernetzter Metadatensets, die sehr weitgehend unter der Kontrolle der Benutzer stehen. (LibraryThing und del.icio.us sind die allerersten Anfänge, wir bewegen uns erst in den frühen Anfängen dieser Revolution.)
    Je früher Bibliothekare diese objektive Umwälzung wahrnehmen, je früher klar wird, welch ein Bruch derzeit zwischen dem Container „Online-Katalog“ und der wachsenden Inhaltserschließungs-Allmende klafft, umso besser. Es geht mir nicht darum, daß Bibliothekare ihre eigene Inhalterschließung einstellen oder ihre Kataloge vom Netz nehmen, und ich habe auch kein Patentrezept. Aber die Ausrichtung und Schwerpunktsetzung der ganzen Informationsvermittlung wird sich drastisch ändern müssen.
    Wie gesagt, ich werde das ganze Thema bei Gelegenheit noch mal ausführlicher darstellen. 😉

  3. Pingback: The Library 2.0 Social Network « Minerva Shelved

  4. Pingback: Soziales Netzwerk für BID 2007 » Text & Blog – Das Weblog von Markus Trapp.

  5. Ich bin auf Deine ausführlichen Ausführungen gespannt, die „kurzversion“ ist für mich sehr einleuchtend und ein gutes Raster (vor allem was Elmar Mittler da vorgeschlagen hat) um die Worthülse Library2.0 mit konkreten Inhalten zu füllen. Ich finde es hervorragend, dass es Experten wie Dich gibt, die sich so kluge Gedanken machen und darüber Bloggen und einfach die notwendige Missionarsarbeit machen. Dass ich auf das Thema Bibliothek 2.0 gestoßen wurde, eigentlich durch Zufall, war ein echter Gewinn, weil es für mein eigenes Arbeiten sehr gute Impulse über meine Ideen zur Netzwerkkommunikation gibt. Halte mich in Sachen metadatenrevolustzion bitte auf dem Laufenden, aber sicher wirst Du hier wieder dazu bloggen 😉 Grüße Steffen

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