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Kantel, Jörg: RSS und Atom – kurz und gut

Wer Jörg Kantel ist braucht man dieser Stelle wohl kaum zu erklären – der Verlag allerdings tut ein nettes „aka Schockwellenreiter.de“ unterhalb des Autorennamens dazu. Hier ist es also, das Büchlein in der Reihe kurz und gut, dass schon seit längerem angekündigt war.

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Kantel beschreibt zuerst eine persönlichen Erfahrungen mit RSS, geht ein wenig auf die Geschichte und den Hintergrund ein, erklärt die verschiedenen Standards und ihre Herkunft und in der ersten Hälfte des Büchleins zeigt er anhand verschiedener Beispiele was mit RSS heutzutage möglich ist.
Dabei geht es nicht unbedingt immer bierernst zu, so wenn Kantel die Telepolis, Heise oder den SpOn als Beispiel dafür heranzieht wie ein RSS-Feed nicht auszusehen habe. (Wo er Recht hat…) Und natürlich ist ein Podcast weit mehr als das Bereitstellen einer Audiodatei oder Videodatei im Netz, wie Jörg Kantel fachmännisch erklärt.
Die wichtigste Frage wird auch beantwortet, sogleich am Anfang: Warum der RSS-Feed heutzutage wichtig ist um wahrgenommen zu werden.

Der Internetuser, der sich vorher seine Webseiteninformationen gepullt hat, entdeckte nämlich, dass RSS Infos zu ihm pusht – und wenn eine Seite keinen RSS-Feed hat, wird man als jemand, der heutzutage surft, kaum die betreffende Webseite ansteuern. Zudem liefert er auch noch Argumente gegen die Befürchtung, die User würden die eigentliche Webseite nicht mehr ansteuern wenn ein RSS-Feed angeboten wird. Argumente, die wirklich zum Nachdenken regen.
Zudem sieht Kantel RSS an sich schon als reine Publikationsform, die schon längst keine dahintergeschaltete Webseite brauchen würde: Pressemeldungen, Rechnungen, ja, jede Art von Information kann per RSS geliefert werden.
Kantel zeigt einige Beispiele von Anwendungen die RSS nutzen – Googlereader, Bloglines, wie baut man RSS-Feeds mit Python oder Frontier in die Webseite ein, was muss man bei der Ã?bermittlung eines Podcastsfeeds an Itunes beachten.
Im zweiten Teil wird RSS 2.0 komplett erklärt – welche Elemente braucht man für den Feed? Welche sind obsolet? Und welche machen keinen Sinn? RSS 1.0 mit RDF wird nur angerissen, zugleich verweist Kantel aber auf entsprechende Lektüre – natürlich auch aus dem O’Reilly-Verlag. Atomfeeds und die Besonderheiten beim RSS-Feed für Itunes schlieÃ?en das Buch ab.
Ich sage nicht ohne Ã?bertreibung, dass dieses Buch schon jetzt ein Standardwerk ist, dass auf einfache, unkomplizierte Weise mit zahlreichen illustrativen Beispielen zeigt, was mit RSS möglich ist. Jeder, der irgendwie etwas im Web zu tun hat sollte das Buch auf seinem Schreibtisch griffbereit haben – und sei es nur um nachzuschlagen worin der Fehler im eigenen Feed liegen könnte. 9.95,- sind dafür auszugeben – man kann natürlich über den Amazon-Link des Schockwellenreiters bestellen wenn man ihn noch ein wenig unterstützen möchte. Zur Zeit läuft noch bis Ostermontag eine Verlosungsaktion: Wer einen netten, lustigen Slogan fürs Buch, eine Banner oder etwas anderes für das Buch an sich tut kann es gewinnen. Nein, die Rezension hier ist nicht dafür bestimmt. Ich hatte da schon was anderes eingereicht. 😉
Ach ja: Das ist ein Turmfalke auf dem Umschlag. Sehr passend.

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