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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

PennTags – vom Glücksfall eines Bibliothekskatalogs als „Managed Social Bookmarking Environment“

Ich möchte hier kurz auf einen weiteren Bericht von der CIL 2007 hinweisen:

Rob Cagna, Bibliothekar an der University of Pennsylvania, berichtete dort erneut über PennTags. (netbib über PennTags.) Bibliotheksbenutzer können als Projektgruppen innerhalb der PennTags-Umgebung kleine Bibliographien mit Informationen aus dem Web sowie den Katalog-Datensätzen bilden.

Das scheint insbesondere, aber sicherlich nicht nur, für den Kontext der Lehre interessant zu sein. (Vgl. auch Denis Saulniers Wiedergabe der Diskussion dieses Themas in Harvard.) Nicole C. Engard faÃ?t in ihrem Weblog den Vortrag so zusammen:

PennTags is like del.icio.us for members of the Penn community. They can save pages from anywhere on the web, from the catalog and from campus resources to PennTags and share it with the world. They can also keep their bookmarks private if they’d like. (…)

One neat feature of PennTags is that the users can make projects – which are files of different documents in a particular subject area. This way you can see just a new books list (http://tags.library.upenn.edu/project/14404). Projects can also be made private if the user prefers – Rob does’t think that many people have done this.

If you look at this record in the UPenn catalog, you see an Add to PennTags link at the bottom and below that you’ll see the tags and annotations from PennTags – very very very cool!! (…)

One way this has been used is as an on-demand subject guide. Reference librarians create a project and add links. They then send the project URL to the patron! Students can use these projects as bibliographies – or working bibliographies as they write their papers.

Genau genommen hat man es bei PennTags also mit einem „Managed Social Bookmarking Environment in Higher Education“ zu tun. Diesen Begriff hat Tony Hirst, E-Learning-Spezialist an der Open University, vor einiger Zeit ins Spiel gebracht.

(Am Rande: OpenLearn, das „Open CourseWare“-Projekt der OU, hat gestern einen Preis gewonnen. Ich habe noch nie etwas von diesem Preis gehört, aber diese Leute hätten ohnehin jeden Preis verdient, den man ihnen verleihen könnte.)

Ceterum censeo: Katalogdaten sollten nicht in Kataloge eingesperrt werden; sie gehören in die Hände der Benutzer. Das Beispiel PennTags zeigt einmal mehr, daÃ? die Bibliothekare bei dieser Ã?ffnung ihrer Systeme nur gewinnen können.

Autor: Lambert Heller

Librarian 2.0, interested in knowledge management, publishing and communities on the web. Likes Open Access / Open Data. Hannover, Germany.

Ein Kommentar

  1. Hi,
    bin ganz deiner Meinung. Die PennTags sind ein leuchtendes Beispiel dafür, in welche Richtung sich die Kataloge entfalten können. Wie ich schon berichtet (kann ich hier HTML benutzen?) habe, hat jetzt auch der GBV die ersten Schritte in die richtige Richtung gemacht.
    Aber selbst wenn die Bibliotheken erst einmal davor zurückscheuen, Social Tagging zu nutzen, sollten wenigstens die ViFas sich des Themas annehmen. Denn die Penn zeigt, dass durch dieses Modul eine sehr viel zielgerichtetere Vermittlung von Information möglich ist (–> Subject Guide, welcher in der ViFa Terminologie ein eher dröger Webkatalog ist). Ich stelle mir bei den ViFas in Zukunft eine Art Mashup aus Webkatalog oder Bibliothekskatalog mit den Social Bookmarking Diensten vor und weiß aus erster Hand, dass so etwas schon geplant ist (im Antrag steht). Die Möglichkeiten/Schnittstellen sind da und ich hoffe auf ein bisschen mehr Experimentierfreudigkeit.
    Cheers!