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Blue Pages und Bottom-up-Netzwerke im Bibliotheks- und Informationswesen

Auf HC Hobohms b2i-Workshop im Rahmen des Leipziger Bibliothekskongresses hatte ich vorgeschlagen, daÃ? es neben Metasuchfunktionen, Alertdiensten etc. für bibliotheksrelevante Informationsquellen auch so etwas wie Blue Pages geben müÃ?te, also ein Online-Verzeichnis von Personen, Projekten und Instutionen, aus dem sich erschlieÃ?en läÃ?t, welche Leute sich wo mit was beschäftigen. Und daÃ? es noch besser wäre, wenn es darin individuell gepflegte, aussagekräftige Benutzerprofile mit Tags etc. gäbe, mit denen sich auch bestehende Communities of Practice und Communities of Interest, also informelle Netzwerke im Bibliothekswesen, darstellen und entdecken lieÃ?en. Eben ein Nischen-Netzwerk für Bibliothekare.

Ansätze für den ersten Schritt, die Blue Pages, findet man etwa im vdb-Jahrbuch, den Teilnehmerlisten von Bibliothekartagen oder Jürgen Plienigers HomePageVerzeichnis deutschsprachiger Bibliothekarinnen und Bibliothekare sowie anderer Personen aus dem BID-Bereich. Und in gewisser Weise sind das Biblioblog-Verzeichnis im LISWiki und Edlef Stabenaus Bibliothek-2.0-Netzwerk, das momentan nach einer technisch besser geeigneten Plattform sucht, erste, tastende Ansätze eines darüber hinaus gehenden echten Nischen-Netzwerks.

Einige Kollegen aus spanischen und lateinamerikanischen Ländern haben auf einem Poster für den 5th Workshop on Innovations in Scholarly Communication (OAI5) in Genf bereits gezeigt, wie der nächste Schritt ungefähr aussehen könnte: EXIT, ein Verzeichnis von Personen, die ihre Veröffentlichungen u.a. bei E-LIS zugänglich machen, soll demzufolge zur Datenbank IraLIS mit genormten Namensansetzungen für diese Autoren ausgebaut werden. Eine solche Datenbank wäre ein Bindeglied zwischen der ErschlieÃ?ung von Informationsquellen und Personen.

Ich weiÃ? nicht mehr genau, was auf dem b2i-Workshop in Leipzig über die Themen Blue Pages und ErschlieÃ?ung von Communities of Practice bzw. Interest gesagt worden war, aber ich erinnere mich undeutlich, daÃ? es bereits ein anderes drittmittelgefördertes Projekt gibt, das sich darum kümmern will. Ich wäre neugierig näheres darüber zu erfahren. Auch wenn das Thema in meiner stichwortartigen Darstellung hier ein wenig exotisch geklungen haben sollte, ist das eine Entwicklung, die der professionellen Vernetzung sehr dienlich sein könnte und beispielsweise auch dabei helfen könnte, unentdeckte Synergien zu entdecken.

Autor: Lambert Heller

Librarian 2.0, interested in knowledge management, publishing and communities on the web. Likes Open Access / Open Data. Hannover, Germany.

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