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Die schwierige Auswahl des richtigen Präsentations- oder Workshop-Wikis: Diesmal war es StikiPad

Zumindest Jürgen und Edlef sind ja mittlerweile groÃ?e Fans von TiddlyWiki, wenn es um den Einsatz als Notizbuch oder Präsentationswerkzeug geht. PBWiki wird hier auch immer wieder erwähnt, und in der ersten Erwähnung, die gerade erst zwei Jahre alt ist, heiÃ?t es:

PeanutButterWiki bietet kostenlos (und anzeigenfrei!) paÃ?wortgeschützte persönliche Wikis an. Der Service (…) betont die simple Einrichtung. Eingeben eines Namens, einer E-Mailadresse, dem Link in der Bestätigungsmail folgen und man ist fertig.

Heute hingegen gerate ich angesichts der groÃ?en Auswahl solcher Dienste ins Grübeln. Nach einigem Hin- und Herprobieren hatte ich mich diesmal, für eine Benutzerschulung am heutigen Vormittag, für ein StikiPad entschieden. Die Veranstaltung, eine Mischung aus Vortrag und Workshop, behandelte das Thema „Wissenschaftliches Arbeiten im Web 2.0“ – mit Betonung auf Web 2.0. Es gab ca. neun Teilnehmende (Obergrenze wären zwölf gewesen), anscheinend gröÃ?tenteils Studierende. Die Veranstaltung dauert ca. 90 Minuten und fand in einem PC-Schulungsraum der Bibliothek statt.

Meine Gründe für die Wahl von StikiPad waren:

  • Ã?bersichtliche Oberfläche dank Reduktion auf die wichtigsten Bedienungselemente.
  • Verwendung der – nach meinem Empfinden – besonders autorenfreundlichen Markup-Sprache Textile; Links können aber auch der CamelCase- oder der MediaWiki-Konvention folgen.
  • Grauzone beim Wiederverwenden und Remixen (möglicherweise) urheberrechtsgeschützter Daten.
  • Anzeigenfrei und auch sonst keine gravierenden Beschränkungen in der kostenlosen Version.
  • Simples Tagging einschlieÃ?lich eigener Folksonomy.

Das MediaWiki-basierte Wikia ist restriktiv, was Urheberrechtsdinge angeht. Einen anderen kostenlosen Wikihosting-Dienst, der mit MediaWiki arbeitet, kenne ich nicht, damit war MediaWiki aus dem Rennen. Schade, denn abgesehen vom gewöhnungsbedürftigen Standard-Seitenlayout finde ich diese Software prima.

D’Arcy Norman machte neulich übrigens auf ein Greasemonkey-Skript aufmerksam, mit dem sich jede MediaWiki-Seite als eine S5-Präsentation ausgeben läÃ?t. Das wollte ich natürlich gleich ausprobieren, um dann letzte Woche festzustellen, daÃ? sich in der Institution, an der ich die Präsentation zeigen wollte, kein Firefox-Browser auf dem Dozenten-PC installieren lieÃ?. Merke: Nie zu viele Voraussetzungen machen. Bekanntlich handelt auch fahrlässig, wer bei GroÃ?veranstaltungen eine Internet-Verbindung voraussetzt…

Autor: Lambert Heller

Librarian 2.0, interested in knowledge management, publishing and communities on the web. Likes Open Access / Open Data. Hannover, Germany.

3 Kommentare

  1. Was meinst Du genau mit „Grauzone beim Wiederverwenden und Remixen (möglicherweise) urheberrechtsgeschützter Daten“?

  2. das WikiMatrix könnte vielleicht noch beim Auswahl eines Wikis helfen.

  3. @CH: Bei Wikia wird anscheinend fast so strikt wie bei den WikiMedia-Projekten darauf geachtet, daß nur eindeutig passend lizensierte Inhalte (also z.B. keine Fotos „aus dem Internet“ mit unklaren Urheberrechten) verwendet werden. Sicherlich aus gutem Grund, ich will das gar nicht kritisieren. Nur: Wenn ich für ein extrem kleines Publikum eine Präsentation mache, dann verzichte ich aus Bequemlichkeit auch schon mal darauf, einem Bildrecht hinterherzurecherchieren. Bei Diensten wie StikiPad oder PBWiki hindert mich niemand daran, faul zu sein – das meine ich mit der Grauzone.