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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Web 2.0-Inhalte sind kein Journalismus

Die Zeitungsverleger informieren:

Der Begriff vom Bürgerjournalismus sei Etikettenschwindel. Relevante Inhalte generieren, strukturieren, aufbereiten und die Debatten in den verschiedenen Lebensbereichen moderieren, das sei ein kompliziertes Handwerk, welches nur von talentierten und gut ausgebildeten Journalisten erledigt werden könne.

Wobei es Herrn Heinen wohl mehr um das Aufeinanderprallen von Fotohandynutzern und B*LD-Zeitung geht.
Wie fantastisch aber die geschulten Journalisten mit Fakten umgehen, kann man besonders schön am Beispiel sehen, über das der Journalist Stefan Niggemeier letzte Woche berichtet hat.
Auch Herr Schwenzel berichtet in seinem Weblog über den nicht immer glücklichen Umgang von gestandenen Journalisten mit Bloggern.

Autor: Edlef Stabenau

Ich bin Bibliothekar

Ein Kommentar

  1. Ein in der Tendenz ganz ähnliches Zitat fand sich gestern in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Nr. 123/2007, S. 23):

    „Nur in einem Punkt waren sich die Verlagsmanager aber über alle Grenzen hinweg einig: Blogs und andere nutzergenerierte Inhalte werden professionelle, hochwertige Inhalte niemals ersetzen.“

    Abgesehen davon, dass hier unterstellt wird, nutzergenerierte Inhalte seien per se unprofessionell und minderwertig, zeugt diese Einstellung auch davon, dass „die“ Verlagsmanager offensichtlich noch nicht in Gänze verstehen, worum es bei nutzergenerierten Inhalten im Web 2.0 geht, nämlich um die Erweiterung und Ergänzung an genau den Stellen, an denen z.B. die Verlage – aus welchen Gründen auch immer – keine relevanten (professionellen und hochwertigen) Informationen anbieten und natürlich im Falle von Weblogs um einen lebendigen Diskurs mit anderen Mitteln, als es die Verlagsbranche normalerweise anbietet.

    Die unsinnige Diskussion, die sich da Bahn bricht, erinnert leider sehr deutlich an die einstmals gepflegte Abwehrhaltung der Lexikon-Verlage gegebenüber die Wikipedia bzw. der in der Bibliothekswelt nicht unüblichen Kassandrarufereien hinsichtlich der Idee, eine Internetsuchmaschine können den Bibliotheken das Wasser abgraben und die Nutzer vertreiben.
    Jedoch spielt die Dienstleistungsbibliothek an dieser Stelle in einer ähnlichen Position, wie die Verlagsunternehmen und alle müssen – auch ohne WWW und Web 2.0 – damit rechnen, dass Ansprüche und Interessen der Zielgruppen sich möglicherweise im Laufe der Zeit verändern. Die Zielgruppe grundsätzlich abzuqualifizieren, wie es das obige Zitat impliziert, ist dabei zwar eine mögliche Reaktion, allerdings eine eher wenig konstruktive. Das eigene Geschäftsmodell zu öffen bzw. ein wenig zu modifizieren wäre eine andere Option.

    Generell bleibt die Hoffnung (und Erwartung), dass auch in den Management-Etagen der Verlagsbranche in nicht allzuferner Zukunft eine Art Lerneffekt stattfinden wird und mit dem Verständnis für das, was sich hinter den Möglichkeiten des Web 2.0 verbirgt bzw. verbergen könnte, auch die Einsicht wächst, dass der mündige Konsu- und Prosument nicht unbedingt ein schlechter Kunde sein muss, sondern im Gegenteil einer, der Qualität und Professionalität endlich richtig wertzuschätzen versteht.