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Aus der Praxis – Fernleihe

Die Firmenbibliothek eines sehr grossen (Welt)Konzerns hatte eine pfiffige Idee: Obwohl nicht zum Leihverkehr zugelassen, druckt sich die Bibliothek völlig normal aussehende rosa Leihscheine mit ihrem Sigel und schickt diese munter an Bibliotheken. Da in der Fernleihe natürlich darauf vertraut wird, dass es mit so einem Schein seine Richtigkeit hat, wird auch die Literatur für die Bibliothek bereitgestellt (Monographien und Aufsätze). Mir ist gerade gestern wieder so ein „Fernleihschein“ in die Finger gefallen, der aber diesmal (fast) kommentarlos an die Bibliothek zurück ging. Inzwischen wurde nämlich auf einer LV-Mailingliste auf diesen (und einen weiteren Fall) aufmerksam gemacht…Die FL-Scheine sind aber mindestens schon seit 1-2 Jahren im Umlauf.

Autor: Edlef Stabenau

Ich bin Bibliothekar

3 Kommentare

  1. Mmmh. Ist so etwas nicht Betrug?
    Die versuchen ja, sich eine Leistung zu erschleichen, für die sie sonst Geld bezahlen müssten (subito …).

  2. Nee, Erschleichen von Leistungen ist was anderes. Aber Betrug, hm, vielleicht doch (obwohl: Vermögensschaden?). Vielleicht eher eine Urkundenfälschung? Man kann ja einfach mal ’ne Mail an die Staatsanwaltschaft schicken…

  3. Vermögensschaden: Naja, so eine Fernleihe kostet ja schließlich auch ne Menge Geld. Deswegen auch ein Leihverkehrssystem, um die Fernleihe so kostengünstig wie möglich zu organisieren.