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Comics in der wissenschaftlichen Abteilung einer Bibliothek?

Der spanische Kollege LUIS (*) Rodríguez Yunta macht sich Gedanken über den Umgang mit Comics: Eine der ersten Geschichten von Hergés Tim (Tim im Kongo) ist wegen ihres rassistischen und kolonialistischen Inhalts heute ganz klar nicht für die Kinder- und Jugendabteilung geeignet. Aber gerade wenn man den Mentalitäts- und Einstellungswandel in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts analysieren möchte, ist dieses Werk eine gute Illustration. Daher lautet seine Empfehlung: Ab in die Forschungsabteilung! Ein anderes Beispiel könnte die spanische Ausgabe des ersten Abenteuers von Lucky Luke sein, in dem dieser am Ende die „originalen“ Dalton-Brüder tötet. Da das Werk heute vergriffen ist, stellt es für Forscher, die sich mit Comics beschäftigen, eine wertvolle Quelle dar. Also: Ab in die Forschungsabteilung.

(*) Vorname korrigiert

Autor: OS

Stephan Orti von Havranek (Jahrgang 1958) sieht als Dokumentar er gelegentlich die Dinge anders ein Bibliothekar. Er versucht u. a. spanische Informationsquellen auszuwerten.

3 Kommentare

  1. Sucht man Comics als Forschungszweig, kann ich das französische „Centre national de la bande désinée et de l’image“ (~Nationales Zentrum für Comics und Bilder), mit Sitz in Paris, empfehlen, das weltweit den größten Altbestand an Comics besitzt und von der französischen Nationalbibliothek mit einem Pflichtexemplar aus dem Bereich ausgestattet wird. Dort findet man beide oben erwähnten Comics sicherlich.

  2. Die spanische Ausgabe des ersten Lucky Luke-Abenteuers mag vergriffen sein – eine deutsche Ausgabe derselben Rarität ist jedoch gerade erschienen. Erhältlich an jedem gut sortierten Kiosk …

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