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Urheberrechtsnovelle – Jetzt noch Nutzungsrechte sichern

In H-SOZ-U-KULT wird dazu aufgerufen, einfache Nutzungsrechte für Publikationen vor 1995 an die Schriftenserver der eigenen Hochschule oder fachliche Repositorien (z.B. ART-Dok für die Kunstgeschichte, historicum.net für die Geschichte) zu übertragen. Wer einen Wissenschaftler kennt, soll den benachrichtigen und ihn bitten, zwei weitere zu benachrichten und diese dann vier und diese dann acht und …

2 Kommentare

  1. Mich verunsichert Ihr Aufruf etwas. Ich war bisher der Meinung, dass die Autoren zwar Nutzungsrechte an ihren Manuskripten oder Typoskripten an die Hochschule vergeben können, dass Sie das aber nicht für den endgültig vom Verlag publizierten Text können, (natürlich soweit dieser nicht identisch mit dem Typoskript ist). Die Rechte an jeder Form von Bearbeitung, sei es in Lektorat oder Herstellung, durch Ergänzung von Zeichnungen, Satz, Register, Titelei, das Führen des Verlagsnamens usw. usw. kann in der Rechteübertragung nicht enthalten sein. Das bedeutet faktisch, dass das Buch bzw. der Aufsatz in der Druckfassung nicht ohne Zustimmung des Verlages auf den Universitäts-Servern publiziert werden darf.
    Sie sprechen in Ihrem Aufruf direkt das Digitalisieren von Büchern an. Um PDF oder als Daten vorliegende Manuskritpe kann es sich bei Publikationen vor 1995 nach meiner Erfahrung kaum handeln. Ich sehe in diesem Vorgehen das Risiko, dass jede einzelne Publikation für sich, die ohne Zustimmung des Verlages eingestellt wurde das Risiko einer teuren Abmahnung nach sich zieht.
    Liege ich da falsch oder haben Sie etwas übersehen?

  2. Es gibt kein Leistungsschutzrechts der Verlage unabhängig vom Urheberrecht. Die Bearbeitung des Verlags erfüllt in aller Regel nicht das Kriterium der Schöpfungshöhe. Ein normales Buchlayout ist als potentielles Werk der angewandten Kunst nicht geschützt, der Lektor wird so gut wie nie in urheberrechtlich relevanter Weise tätig, Register haben auch früher üblicherweise die Autoren selbst gemacht. An einer Titelei ist nichts schützenswert, der Verlagsname wird nicht in markenrechtlich relevanter Weise „geführt“, wenn eine Publikation auf dem Hochschulschriftenserver erfolgt. Zeichnungen können ggf. mit dem ab 1.1.2008 erweiterten Zitatrecht gerechtfertigt werden. Usw. Ich sehe aus diesen Gründen kein Abmahnrisiko.