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Zukunft des Lesens?

Das IBI-Weblog wies auf die Veranstaltung Elektronische Dokumente und die Zukunft des Lesens des 24ten Chaos Communication Congress hin, Christian Heller war bei dem Vortrag dabei und schildert seine Eindrücke der „Lese-Revolution“:

Der Konsum wird sich ändern, die Textbranche wird sich ändern. Buchläden gehen pleite, Print-Zeitungen gehen sowieso pleite (das tun sie ja dank Internet schon jetzt), und auch Buchverlage werden pleite gehen, wenn sie ihre Geschäftsmodelle nicht radikal umbauen. Gut, geht man heute auf die Frankfurter Buchmesse, wird man nach einem Bewusstsein hierfür vergeblich suchen. Genauer gesagt: Man wird ein Abbild der Musikindustrie vorm Napster-Schock vorfinden.

Autor: Edlef Stabenau

Ich bin Bibliothekar

6 Kommentare

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  2. Die technologischen Umwälzungen im Bereich „Buch“ sind gewaltig, und neben flexiblen Displays, besseren eBook Readern wie Kindle werden sich auch neuartige Verbindungen zwischen Buch und Computer ergeben. Das Interessante an dieser Entwicklung wird sein, wie stark die neuen Medien proprietären Geschäftsmodellen ausgeliefert sein werden.

  3. Richtig. Und ich bin diesbezüglich keineswegs optimistisch. In den Diskussionen über die Onleihe ist ja auch deutlich zum Ausdruck gekommen, dass seitens eines Großteils der Verlage offensichtlich kein Vertrauen in die eigenen Kunden besteht. Die Gängelung durch DRM und die überflüssige Bindung von Dateien an bestimmte Geräte sind auf jeden Fall garantiert wirksame Methoden, den Fortschritt in Sachen E-Books auch weiterhin zu bremsen.

    Abgesehen davon konnte mich bisher kein E-Book-Reader wirklich überzeugen. Viel zu teuer, kurze Laufzeiten, nicht flexibel genug… Diesbezüglich vertraue ich auf die technische Entwicklung in den nächsten Jahren. Was jedoch die Einstellung der (meisten) Verlage angeht, gehe ich davon aus, dass sie der Entwicklung hilflos hinterher laufen werden.

  4. …womit die Verlage nicht die einzige Institution wären (sorry, die Bemerkung konnte ich mir nicht verkneifen). Der Vortrag bietet einen aufschlussreichen Blick in die Zukunft. Allerdings wird es es ganz so schnell auch nicht gehen. Bislang läuft noch nicht jeder mit Handy und MP3-Player herum. Stattdessen werden noch immer Schallplatten gekauft, Filme im Kino angesehen und ab und zu ein Stück im Theater angeschaut. Auch Bücher auf Papier werden überleben – im Gegensatz zu einem Großteil von Einrichtungen, die ihre Geschäftsmodelle auf tote Bäume stützen. Irgendwann wird man in Buchhandlungen gehen so wie heute in Museen und Feinkostläden.

  5. Klar, auch andere, hier häufig näher genannte Institutionen sind oft nicht so dicht am Zeitgeist, wie es zu wünschen wäre. Es gibt hüben wie drüben ein paar Pioniere, und einen großen Rest, der hinterher schleicht.

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