netbib weblog

Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

„Berichtsheft“ führen im Goethe-Institut

Über INETBIB kam lam Dienstag ein Programmhinweis auf das Thema 2008: Interkulturelle Bibliotheksarbeit. Klingt sehr interessant, die Bedingungen sind um einen Punkt erweitert:

Von den Stipendiatinnen/Stipendiaten wird erwartet, dass sie während ihres Aufenthalts einen Blog auf den Webseiten des Goethe-Instituts führen, ihre Erfahrungen an ihrer Bibliothek in Deutschland umsetzen und in der Fachpresse über ihren Aufenthalt, ihre Erfahrungen und ihr Konzept zur Umsetzung
berichten.

Auch hier: Es heisst DAS Weblog, nicht der Blog, obwohl sich die Verbreitungszahl der Begriffe etwas ändert, das liegt wohl an den ÖsterreicherInnen 🙂

Autor: Edlef Stabenau

Ich bin Bibliothekar

4 Kommentare

  1. Die Grammatik ist das eine Problem. Inhaltlich gibt es auch welche. Die folgende mail (mit dem Hinweis auf die Veranstaltung) ging gerade an OeB_Multikulturell und muss dort noch die Moderation passieren. „Das Goethe-Institut in New York läd ein zu einem Studienaufenthalt für zwei Bibliothekare dort im Rahmen eines Librarian in Residence Programms. Thema 2008: Interkulturelle Bibliotheksarbeit. http://www.goethe.de/ins/us/ney/wis/sbi/lib/enindex.htm
    Grauenhaft die Einleitung der Ankündigung: Wie integrieren wir Migranten in die Gesellschaft, in die sie einwandern? Wie ist die Annäherung zwischen der Kultur der Einwanderer und der des Einwanderungslandes möglich? Wir / Sie – beides einheitliche, statische Kulturen. Und Frau Doellgast gehört noch nicht einmal zu den unbedarfteren Bibliothekaren.
    Obama hat nach Iowa von „We are one people“ gesprochen. Die amerikanischen Eliten mögen sich in ihrer Rhetorik nicht viel geben. Der Gedanke Obamas speist sich jedoch aus der tatsächlichen Erfahrung einer Einwanderungsgesellschaft.
    In Deutschland fragen die einen, wie ist der überhaupt hier reingekommen. Viele , viele Jahre wären Obama und alle seine Nachkommen nicht wahlberechtigt und nicht wählbar.
    Die anderen, die wohlmeinenden interkulturellen Bibliothekare pflegen in Obama kenianische Kultur. Und bei seinen Kindern. Und bei seinen Enkeln. Usw.“

  2. Gegen ein 4-wöchiges Praktikum an der Queens Library in New York zum Erfahrungen sammeln ist gar nichts einzuwenden, in einem Blog über das Praktikum berichten eine gute Sache. Nur die Erwartung, dass die Stipendiaten ihre Erfahrungen zu Hause umsetzen ist unrealistisch. Keine Bibliothek hierzulande bedient eine Klientel, die mit der Leserschaft von Queens vergleichbar wäre. Die Immigrationspolitik der USA hat Einbürgerung zum Ziel und zwar auf Seiten des Staates und der Migranten. Bei uns gibt es dieses übereinstimmende Ziel nicht, weite Teile der Politik und auch große Gruppen der Migranten wollen das nicht. Daran werden auch 2 Bibliothekarinnen bzw. Bibliothekare nach 4 Wochen Praktikum nichts ändern, wenn die hier mit einem Einbürgerungskonzept antreten, werden sie sich die Zähne ausbeißen.

  3. OeB_Multikulturell ist eine Mailing-Liste, die extern nicht zugänglich, nicht recherchierbar ist. Zu einem sensiblen Thema, zu dem es keinen inhaltlichen Konsens gibt, erhält man nur Zugang durch aktive Bemühungen. Oder wenn fertige Ergebnisse veröffentlicht werden… Dieses ist an anderer Stelle zu diskutieren, ich habe darauf verzichtet, diesen – mir wichtigen – Schlenker aus Gründen des Benehmens und der Fairness in dem Kommentar explizit zu formulieren. Ich danke für die Kommentierung von WT (Traschütz?), die ich nicht teile, die mir zeigt, dass im Bereich Interkulturelle Bibliotheksarbeit viel zu tun ist – und die bei mir eine postive Verblüffung über das Prinzip weblog auslöst.
    In den Wochenendausgaben der FAZ (Raban: Die politische Theologie des Barack Obama) http://tinyurl.com/ywq37u und der Welt: http://www.welt.de/kultur/article1542169/Sein_Vater_wurde_einst_als_Nigger_beschimpft.html
    finden sich zwei erhellende Beiträge. Einwanderungsgesellschaft heißt demnach: Sprache (das ist nicht nur die Sprache als Grammatik und Lexik, sondern auch die Sprache, mit der ein gemeinsamer Sinn erzeugt wird; hier das religiöse Vokabular); Institutionen (hier diese eigenartigen amerikanischen religiösen ‚denominations‘); und ‚voice‘ (hier reicht das von Zivilcourage bis zur organisierten Interessendurchsetzung im politischen System). Die insbesondere in Deutschland so beliebte Kultur wird für interkulturelle Konzepte (auch von Bibliotheken!) nur insoweit benötigt, weil die Handlungen von Menschen nicht nur durch ökonomische und soziale Lage bedingt sind, sondern auch durch kulturelle Prädispositionen und Kontexte, auf die z. B. Institutionen kultursensibel zu reagieren haben. Für interkulturelle Bibliotheksarbeit hieße das: Weg mit der Kultur! (Öbrigens tun dem liberalen Rechtsstaat unbestimmte Rechtsbegriffe nie gut. Deswegen: Lasst solche peinlichen Albernheiten wie eine Staatszielbestimmung Kultur im Grundgesetz sein!) Lasst das völkische Fass zu !!! Und zum Pessimismus von WT: Was irgend jemand will oder nicht – das ist veränderbar. Das ist Öffentlichkeit. Politik. Lobbyarbeit.

  4. „Nach einer Woche Abwesenheit von New York, bin ich seit Montag wieder zurück und versuche (…) d e n Blog weiterzuführen.“ Mittwoch, Februar 04. 2009, http://blog.goethe.de/librarian/index.php?/archives/119-Zurueck-zu-Arbeit-und-Blog.html