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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Rund 30 000 Euro für die Onleihe in die Hand genommen

Die Stadtbibliothek Neuss gehört nun auch zu dem Kreis der rund ein Dutzend Lizenznehmer der Onleihe und die NGZ Online (NeuÃ?-Grevenbroichener Zeitung, wenn ich das richtig entziffere) bringt einen recht lebendigen und informativen Artikel darüber, einmal ein wenig mehr als der Jubel des Eintritts in eine Neues Zeitalter. 😉

8 Kommentare

  1. Ich habe dort meine Meinung gesagt.

  2. Pingback: Nachrichten für öffentliche Bibliotheken in NRW

  3. Hallo Herr Graf,

    auch wenn ich Ihrer Kritik an einer DRM-basierten Onleihe im Grundsatz zustimmen kann, erweist sich Ihr Kommentar in der NGZ-online als teilweise schlecht recherchiert und verlangt in einigen Punkten nach Richtigstellung:

    Weder im Zeitungsartikel noch auf der Homepage der Stadtbibliothek Neuss vermag ich einen Hinweis zu entdecken, daß man in Neuss für die Onleihe „zusätzlich abkassieren möchte“. Allenfalls ist dort das normale Jahresentgelt um 3 Euro teurer als in den von Ihnen als Gegenbeispiel angeführten Stadtbüchereien Düsseldorf. Und immerhin bietet die Stadtbibliothek Neuss auf ihrer Website die Möglichkeit, sich für eine kostenlose Schnuppermitgliedschaft anzumelden, um auch ohne Bibliotheksausweis die Onleihe eine Woche lang unverbindlich zu testen.

    Ihr Kommentar erweckt leicht den falschen Eindruck, die beneidenswerten Kunden nordamerikanischer Bibliotheken könnten EBooks am heimischen PC weitgehend „ohne Digital-Rights-Management“ abrufen. Schauen Sie sich – nur als ein Beispiel – unter http://downloadmedia.denverlibrary.org das Ebook-Angebot der Public Library in Denver an. Auch dort wird in Form entleihbarer digitaler „Exemplare“ die normale Buchausleihe simuliert. Und bei den weitaus meisten Titeln werden Sie auf folgende Angaben stoßen: „Copy: not allowed“, „Print: not allowed“. Die künstliche Verknappung digitaler Inhalte zum Vorteil der Rechteinhaber und zum Nachteil der Nutzer funktioniert also offenbar auch in den USA.

    Auch deshalb vermischt Ihr Kommentar etwas unglücklich die Ausleihe digitaler Medien mit der Bereitstellung lizenzierter Datenbanken durch Öffentliche Bibliotheken. Ohne Frage sind nämlich in letzterem die Bibliotheken im anglo-amerikanischen Raum den deutschen ÖBs um mehr als nur Nasenlängen voraus. Doch auch hierzulande sind wenigstens Anfänge gemacht. Etwa bieten ÖBs mittels der Portallösungen DigiBib (hbz) und bibnetz (BSZ) ihren Kunden den Zugriff auf Datenbanken an, wenn auch im Falle der lizenzierten Angebote, so weit ich das überblicke, leider größtenteils nicht zuhause sondern nur in den Bibliotheken. Auch auf der Homepage der Stadtbibliothek Neuss findet sich ein Link zur „Digitalen Bibliothek“.

    Viele Grüße (aus Freiburg, nicht aus Neuss)
    Martin O’Connor

  4. Nachtrag: Sorry, wenigstens in einem Punkt muß ich mich korrigieren: Den kleinen verlinkten Infokasten zum Zeitungsartikel hatte ich übersehen. Danach denkt die Stadtbibliothek Neuss tatsächlich an eine um 4 EUR erhöhte Ausweisgebühr für Nutzer der Onleihe.

  5. Mein Text:

    Autor: Klausgraf / Datum: 10.01.08 20:26
    Onleihe im Ansatz verfehlt
    Wieso sollte man sich in Neuss anmelden, wenn man auch in Düsseldorf für die Jahresgebühr von 13 Euro “onliehen“ kann? Dort betrachtet man das offenbar als Service, bei dem man nicht zusätzlich abkassieren möchte wie in Neuss.

    Nordamerikanische öffentliche Bibliotheken bieten ihren Kunden für zuhause ein oft recht üppiges Datenbank- und Ebook-Angebot, manchmal kann man sogar von hier aus sich anmelden und gegen die entsprechende Externengebühr Datenbanken nutzen. Und das ohne Digital-Rights-Management!

    Die Onleihe ist dagegen ein überteuertes kommerzielles Angebot zum Gelddrucken für den Anbieter, das die digitalen Möglichkeiten durch die Simulation analoger Ausleihe ersetzt.

    Es kann immer nur ein Kunde das entsprechende Medium ausleihen, obwohl es an sich für beliebig viele verfügbar wäre. Aber eine vorzeitige Rückgabe ist – anders als beim traditionellen Buch – nicht möglich!

    Linux-Nutzer schauen in die Röhre, Onleihe ist nur für Windows möglich!

    Die öffentlichen Bibliotheken, die auf den Onleihe-Zug aufspringen, nehmen den erstbesten Anbieter (weil es keine Konkurrenz gibt) und befriedigen Benutzerwünsche auf einem niedrigen Niveau.

    Die Bundesländer sollten, wie das in den USA üblich ist, allen Bürgerinnen und Bürgern über die jeweilige öffentliche Bibliothek den Zugang zu hochwertigen Fachinformationen finanzieren. Denn auch die Datenbanken der Universitätsbibliotheken werden nicht mit Studiengebühren, sondern mit Steuergeldern finanziert, ohne dass die Bürgerinnen und Bürger etwas davon haben. Sie dürfen dort zwar ausleihen (in Düsseldorf gegen Externengebühr), aber Datenbankzugriff von zuhause gibt es nich

    KOMMENTAR:

    Ich weise die Kritik zurück. Wenn man meinen Beitrag GENAU liest, stellt man fest, dass sich meine Aussagen zu US-Bibliotheken überwiegend auf Datenbanken beziehen. Da ich vermutlich erheblichl besser als Sie die Lage in den USA seit Jahren kenne, denke ich, ich weiss, was ich schreibe. Richtig ist, dass auch in den USA populäre Ebook-Angebote ein DRM aufweisen, das die Nutzbarkeit befristet. Bei Adobe PDFs ist allerdings eine vorzeitige Rückgabe in US-Angeboten durchaus realisiert.

  6. Wahrscheinlich habe ich mich eher ungenau ausgedrückt als Ihren Beitrag ungenau gelesen. Daß sich Ihr Ausruf „Und das ohne Digital-Rights-Management!“ letztlich auf die Datenbanken bezog, war mir schon klar. Unklar bleibt mir allerdings, warum damit offensichtlich ein prinzipieller Unterschied zwischen amerikanischen und deutschen Angeboten suggeriert werden soll. Auch die Datenbanken, die Neuss und andere Öffentliche Bibliotheken in Deutschland Ihren Nutzern zugänglich machen, kommen doch ohne DRM aus! Eben diese in meinen Augen fragwürdige – und für manchen Leser vielleicht auch irreführende – Vermischung der Themen EBook-Ausleihe und Datenbanken wollte ich ansprechen. Daß sich in beiden Bereichen die Online-Angebote amerikanischer Public Libraries durch mehr Klasse und Masse sowie ein in Details nutzerfreundlicheres Handling auszeichnen, will ich nicht anzweifeln – ebenso wenig wie Ihre sicher richtige Vermutung, daß Sie mit den amerikanischen Verhältnissen vertrauter sind als ich.

  7. Manueller Trackback: Hier gibt’s eine kleine Rechnung zu Kosten und Nutzen der Onleihe.

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