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Onleihe – einfach nur ätzend (21)

Wie verrottet muss eine Zunft sein, wenn sie über ein zweifelhaftes Angebot wie die Onleihe nicht offen und kritisch diskutiert? Im Gegensatz zu INETBIB wurde die Onleihe in der Mailingliste der öffentlichen Bibliotheken forumoeb anscheinend nie angesprochen, zumindest findet Google nichts und auch nicht die HBZ-Suchmaschine. Ergebnislos blieb auch die Durchsicht der Betreffe der letzten Monate im Listenarchiv. Angesichts der immensen Kosten für das Angebot, die zwangsläufig Kürzungen an anderer Stelle bedeuten, wäre eine Bewertung durch unabhängige Experten unerlässlich, wenn die Bibliothekare selbst unkritisch das Maul halten. Ein Markt existiert nicht, dank ihrer Monopolstellung kann die ekz, Gesellschafter von DiViBib, den arg- und ahnungslosen Bibliotheken einen denkbar fragwürdigen Einstieg ins digitale Zeitalter aufschwatzen. Ein Konkurrenzprodukt dürfte es schwerhaben, und die Bibliotheken, die jetzt zugreifen, werden auf Jahre mit einem schlechten Produkt geschlagen sein.

5 Kommentare

  1. wer’s Maul aufmacht, kriegt die Zunge tätowiert (s. http://www.hbz-nrw.de/produkte_dienstl/mlist/forumoeb/200202/20020214.html)

  2. Sehr geehrter Herr Dr. Graf,

    erlauben Sie mir eine persönliche Anmerkung: Die Forderung nach einer „offenen und kritischen Diskussion“, über die ich mich im Sinne einer differenzierten Beschäftigung mit der Onleihe sehr freuen würde, wirkt als Postulat von Ihnen durchaus befremdlich auf mich. Befremdlich deshalb, weil mir offensichtlich scheint, dass Sie überhaupt nicht diskutieren wollen. Ich habe auf viele Ihrer Argumente und Hinweise sachlich geantwortet, Sie sind auf keine einzige meiner Aussagen eingegangen.

    Es ist auch vom argumentativen Standpunkt her bemerkenswert, einerseits darüber zu schimpfen, dass andere die Möglichkeiten digitaler Angebote noch nicht voll ausschöpfen, selbst aber Web 2.0-Technologien wie diesen Blog als virtuelles Megaphon und Einbahnstrasse zu benutzen, statt die Dialogmöglichkeit zu nutzen und sich auf eine Diskussion einzulassen. Aber vielleicht bietet ja die INETBIB-Tagung oder der Bibliothekartag in Mannheim Gelegenheit zu einem Gespräch? MEIN Angebot zum („kritischen“) Austausch ist durchaus ernst gemeint.

    Bis dahin bin ich weiterhin gespannt, Ihre Erfahrungsberichte hier zu lesen, zumal Sie ein so beträchtliches Maß von Energie und vor allem Zeit in Ihre Beschäftigung mit der Onleihe investieren – das ehrt uns geradezu. Aber vielleicht räumt Ihnen Ihr verständnisvoller Arbeitgeber ja sogar ein, diese anspruchsvolle Aufgabe des Testens und Bloggens zum Teil Ihres Tagewerks zu machen? 😉

    Mit freundlichen Grüßen
    Christian Hasiewicz

  3. Auf miese und niveaulose Beiträge wie Ihre, die – wie im vorliegenden Fall – abschließend noch eine infame Unterstellung enthalten, gehe ich grundsätzlich nicht ein.

  4. Sehr geehrter Herr Hasiewicz! Wenn sich Herr G. erstmal in etwas verbissen hat, ist es wahrscheinlich einfacher eine “offenen und kritischen Diskussion” mit einem Holzklotz zu führen. Vielen Dank für ihre Bemühungen, ich wünsche Ihnen und Ihrem Angebot viel Erfolg.

  5. Jakob Voss, Träger des großen Schleimbeutels am Bande, ist trotz seiner Jugend bereits heute hinreichend qualifiziert für allerhöchste Ämter im Bibliothekswesen.