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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Wikipedia: Kein Auskunftssilo

Wenn jemand sich zur Nutzung eines bibliothekarischen Auskunftsdienstes aufschwingt, ist es dann legitim, in der Antwort bloÃ? auf passende Wikipedia-Artikel hinzuweisen? Ist von Diensten wie Fragen Sie Hamburger Bibliotheken, InfoPoint Rhein-Main oder der DigiAuskunft nicht mehr zu erwarten als das, was sich kinderleicht auch googlen lässt? Diese Fragen diskutieren gerade die Studierenden in meinem Seminar zu Informationsdienstleistungen an der HAW Hamburg. Nach dem Austausch der üblichen Argumenten für und gegen die Wikipedia als Quelle wurde eine spannende Idee entwickelt: Warum integrieren BibliothekarInnen ihre oft ja mühevoll recherchierten Antworten auf die (seltenen) anspruchsvollen Fragen nicht konsequent in die jeweils passenden Wikipedia-Artikel?

Zugegeben: Auch von den Studierenden im Kurs beteiligt sich bislang kaum jemand als AutorIn an der Wikipedia, und das wird auch in den Auskunftsabteilungen der Bibliotheken nicht anders sein. Aber vielleicht kann es ja anders werden: Die Wikipedia als Wissensbasis schlägt sämtliche regionalen und globalen Auskunftssilosdatenbanken, mit denen Dienste wie QuestionPoint gerne für sich werben, um Längen!

Ein Kommentar

  1. Auskunftsbibliothekare ergänzen Wikipedia-Artikel mit den Erkenntnissen aus ihren Recherchen? Wunderbare Idee. Vom Wissens(v)ermittler zum Wissensgenerierer.

    Das wäre auch ein prima Qualitätssiegel 😉
    „Geprüft und ergänzt durch ihren Bibliothekar.“

    Wenn da nicht die knappe Personaldecke wäre. Also: schon mal Stellen beantragen…