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Hollywood Librarian auf dem Bibliothekar_innentag

Der Bibliothekartag (Bibliothekar_innentag, Bibliothekstag und wie sie/er auch immer genannt wird) ist nun zu Ende. Vortragsfolien und den ein oder anderen Vortragstext kann man sich auf dem BIB-Repository ansehen oder herunterladen.

Ein kleines Highlight war die zweite Deutschlandâ??premiereâ?? des Films â??The Hollywood Librarianâ?? von Ann Seidl am Donnerstag. Der eineinhalbstündige Dokumentarfilm zeigte, mit lustigen Ausschnitten aus amerikanischen Spielfilmen gespickt, die ganze Bandbreite des US-amerikanischen Bibliothekswesens. Knapp 20 Bibliothekar_innen kamen zu Wort. So z.B. Eugenie Prime (Librarian, Hewlett Packard) mit ihren beeindruckenden Statements (â??The library is the living symbol of freedomâ??) und Nancy Pearl, Autorin von Booklust (von ihrer Actionfigur gibt es jetzt übrigens auch eine Deluxe-Ausgabe).
Inhaltlich spannte Ann Seidl einen weiten Bogen, angefangen von der Arbeit und Bedeutung von Kinderbibliotheken, Schulbibliotheken, Gefängnisbibliotheken, von der für amerikanische Bibliotheken wichtigen Carnegie Corporation, bis hin zu der durch Bibliotheken geleisteten Kulturarbeit und dem Thema Bücherverbrennung und Zensur. Deutliche Kritik äuÃ?erte Seidl an der Zerstörung der Bibliotheken durch das US-amerikanische Militär im Irak (250 Mio. US-Dollar werden jährlich für Bibliotheken ausgegeben, das entspricht derselben Summe, die für den Krieg im Irak und Afghanistan TÃ?GLICH ausgegeben wurde!). Im letzten Drittel des Films legte Seidl den Schwerpunkt auf die Dokumentation der schlechten finanziellen Ausstattung in Bibliotheken bis hin zur drohenden SchlieÃ?ung (am Beispiel der Bibliotheken in Salinas, Heimatstadt von John Steinbeck). Nach der Vorführung gab es langen Applaus durch das Publikum. Ann Seidl stand dann noch für Fragen zur Verfügung. Ihre Intention ist, die Ã?ffentlichkeit über den Wert der Bibliotheken und gleichzeitig über ihre schwierige finanzielle Situation aufzuklären. Sie will in unterhaltsamer Weise informieren (â??sex it upâ??) und hofft, dass ihr Film die entsprechende Verbreitung findet, nicht nur bei Kollegen, sondern gerade in der Ã?ffentlichkeit. Eine DVD ist in Planung, die Produktion hängt jedoch stark von der Finanzierung ab. Die zahlreichen Spenden reichten â??geradeâ??, um den Film zu produzieren (Gesamtkosten von 200.000 US-Dollar). Wer Interesse an einer DVD hat, kann sich gerne im Blog des Hollywood Librarians an Ann Seidl wenden.

Homepage:

http://www.hollywoodlibrarian.com

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