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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Biblioburro oder Burro biblioteca; jedenfalls in Kolumbien

Wenn ich das Drumherum des Nachrichtendienstes/der Zeitung richtig interpretiere (ich habe nie Spanisch gelernt, leite immer vom Französischen ab), dann gibt es in Kolumbien einen Bücheresel und über diesen wurde ein Film (Dokumentarfilm?) gedreht. Jedenfalls wurde ich auf dieses Bild eines Bücheresels hingewiesen (Dank an Louise!), von dem ich folglich nicht weiß, ob es autenthisch oder ein Filmbild ist. Über Eselbibliotheken hatten wir es übrigens schon einmal bezüglich Äthiopien und die Maultierbibliothek ist weder von der Art noch geographisch weit entfernt in Venezuela zu finden.

3 Kommentare

  1. Ach so, Esel! Ich dachte beim Lesen des Titels an einen buchförmigen Butterblock… 😉

  2. Der gute Mann und seine beiden Esel (Alfa und Beto) sind sogar Teil des kolombianischen Bibliotheksnetzes. Es gibt auch ein (leider kaum gepflegtes) Blog unter http://biblioburro.blog.com/, einen Ausschnitt des Dokumentarfilms (vermute ich zumindest) gibt es bei Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=AgIaA-izxxc.

  3. Die kolumbianische Zeitung El Tiempo – http://groups.google.com.pe/group/biblios/msg/983cf96f095b9311 – berichtet in der Tat über einen Dokumentarfilm, der von dem in Belgien lebenden Regisseur Carlos Rendón Zipagauta in französischer, belgischer und kolumbianischer (aus Finanzierungsgründen war die Beteiligung des Heimatlandes gefordert) Koproduktion gedreht wurde. Kameramann ist Michel Baudour, der Film wird in Kürze auf der 10. Internationlen Schau des Dokumentarfilms in Bogotá http://www.muestradoc.com/2008/ gezeigt. Hauptakteur ist Luis Soriano, Lehrer, der auf seinen beiden Eseln ‚Alfa‘ und ‚Beto‘ eine ambulante Bibliothek zur Alphabetisierung betreibt. Der Name ‚biblioburro‘ hat die Öbersetzung ‚donkey-brary‘ gefunden; ‚Eselothek‘ oder einfach Bücheresel wären deutsche Öbersetzungen. Bewegend sind die Bilder (s. youtube), wenn die Esel in einem der Dörfer ankommen und von den Kindern begrüßt werden; unwillkürlich wird die Erinnerung an ‚Platero y yo‘ geweckt. Der Regisseur griff das Thema auch mit einer literarischen Reminiszenz auf: er spricht von einer „cosa quijotesca, inverosímil“, dass in diesem vom Terror der (Para-)Militärs und einer pseudorevolutionären Guerilla zerfressenen Gebiet von La Magdalena jemand die Kärrnerarbeit der Verbreitung von Zivilisation betreibt. Der Biblioburro ist anerkannter Teil der Red Nacional de Bibliotecas de Colombia, des kolumbianischen Bibliotheksnetzes.