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TUHH goes OUS4

Wir haben wohl als erste deutsche „PICA-Bibliothek“ den Umstieg von LBS 3 auf das LBS 4 jetzt auch für das OUS (das Ausleihsystem) gewagt. Meine Erfahrungen bis jetzt sind sehr positiv, die Bedienung kommt mir jetzt mehr wie mit einem „normalen“ Programm vor, wobei man sich natürlich immer noch an einige lustige Eigenheiten gewöhnen muss (z.B. der Gebrauch der rechten Maustaste). Da nicht jeder die LBS-Liste liest, habe ich jetzt mal die zusammenfassende Mail meiner Kollegin Beate Rajski (mit deren Genehmigung natürlich) über den Umstieg unten angehängt.

Liebe Kollegen,

Herr Diedrichs hat in seinem letzten Bericht der Verbundzentrale das LBS sinngemäÃ? als ungeliebte Kärrnerarbeit bezeichnet. Das bezog sich auf die VZG, läÃ?t sich aber problemlos auf die Bibliotheken übertragen: Mit dem LBS lassen sich keine Lorbeeren verdienen, im besten Fall gibt es keine Probleme.
Andererseits verschafft ein effizient eingerichtetes und betriebenes Lokales Bibliothekssystem einer Bibliothek die Rückendeckung, sich weiteren Dienstleistungen widmen zu können, die dann vielleicht doch zu dem ein oder anderen Lorbeerblatt führen.

Insofern haben wir uns an der TUHH die Entscheidung, vom gut eingeübten OUS3-Ausleihsystem auf die Black Box OUS4 umzusteigen nicht leicht gemacht. Anders als in der Erwerbung lagen für uns die Vorteile eines Umstiegs auf OUS4 nicht in verbesserten Funktionalitäten begründet. Fast alles, was uns in OUS3 fehlte, hatten wir wie viele andere Bibliotheken auch, bereits selbst ergänzt.
Interessant war vielmehr der Einsatz des LBS4-Updates, um die Datenversorgung aus dem CBS wieder in des Griff zu bekommen. Und Motivation war sicherlich auch, das Thema LBS4 endlich zu einem Abschluss zu bringen.

Am 28. August hatten wir eine Testdatenbank zur Verfügung, auf der dann sofort eine Multiplikatorenschulung stattfand, welche ganz gut ankam, wenn man denn den twitternden Kollegen (http://twitter.com/edlef/statuses/901629253) glauben darf. Knapp anderthalb Wochen war dann Zeit für die Schulungsvorbereitung. Es folgten weitere anderthalb intensive Wochen, in denen fast alle MitarbeiterInnen der TUB HH in OUS4 geschult wurden. Während der Schulungen fiel ein heftiger Fehler bei der Säumnisgebührenberechnung auf. Um dem OUS4 trotzdem noch eine Chance zugeben, wurde der bis dahin geschulte Workflow fast komplett umgestellt.

Am Donnerstag vor dem geplanten Umstiegstermin haben wir dann – nicht ganz ohne Zweifel – die Entscheidung getroffen, wirklich mit OUS4 zu beginnen. Ausschlaggebend war – und jetzt kommt das wirklich Positive – die Freude, mit der viele Kollegen und Kolleginnen, die Schulungen und die neue Software aufgenommen haben.
An der Oberfläche von LBS4 ist einiges zu bemängeln, vor allem dem fixe Auflösung. Aber nach Jahren kryptischer OUS3-Befehle, war allen die Erleichterung anzumerken, dass mit OUS4 auf dem Bildschirm ablesbar sein würde, was zu tun ist.

Also haben wir unsere Kunden informiert und für etwaige Probleme um Verständnis gebeten:
http://www.tub.tu-harburg.de/blog/2008/09/19/unsere-ausleihe-kann-auch-anders/

Seit dem 23.9.08 setzen wir OUS4 ein. Es gab am Anfang kleinere Probleme, die durch einen erneuten Aufbau des ous_copy_cache beseitigt wurden. Geblieben sind eher unbedeutende Scriptfehler an manchen Stellen, die häufige Nutzung der Task-Managers, um LBS4 zu beenden und leider auch die Tatsache, dass Begleitzettel bei Vormerkungen oft falsch oder gar nicht erzeugt werden. Geblieben ist aber auch die Freude der Kollegen, jetzt mit OUS4 zu arbeiten.

Wir setzen auf Empfehlung der Verbundzentrale zur Zeit noch die OUS3-Schnittstelle für den OPAC ein. Damit sind gewisse Verbesserungen für die Kunden noch nicht gegeben, wir müssen uns aber nicht zusätzlich mit den Problemen der neuen Schnittstelle befassen.

Auf die Dokumentation unserer Umstiegserfahrungen (z.B. im Verbund-Wiki) haben wir verzichtet, da die VZG den Umstieg dokumentieren wird und da nicht die TUHH sondern Weimar die Referenz bilden wird.
Sehr vermisst haben wir im Vorfeld eine Information über bestehende Fehler. Wir hoffen sehr, dass die VZG demnächst eine entsprechende Dokumentation (Fehlerdatenbank) zur Verfügung stellen wird. Bis dahin gibt es eine Verabredung der LBS4-Anwender, gefundene Fehler nicht nur an die VZG sondern auch an die Mailing-Liste der LBS4-Anwender zu berichten (https://postman.rz.tu-harburg.de/mailman/listinfo/lbs4-liste).

Ich möchte mich an dieser Stelle noch mal bei der UB Potsdam und ganz besonders bei Frau Giertz bedanken. Ohne die Besuche in und die Rückmeldungen aus Potsdam, hätten wir sicherlich kein OUS4 im Einsatz.

Beate Rajski

Autor: Edlef Stabenau

Ich bin Bibliothekar

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