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Neues Berufsbild: Informationskompetenz

Ungefähr 900 Meldungen zu „Deutschland liest“ findet man zurzeit in der Nachrichten-Suchmaschine GoogleNews. Im Inforadio findet man ein schönes Zitat von der Vorsitzenden des dbv zum Berufsbild: „(…) Der Bibliothekar lehrt heute Informationskompetenz, das heißt, wie bewerte ich Informationen, wie kann ich sie selektieren und dann zu den verlässlichen Informationen kommen. Das Berufsbild hat sich geändert, es ist vielseitiger geworden, und das werden wir alles in dieser Woche zeigen.“

3 Kommentare

  1. Da lacht der Informationswirt und reibt sich innerlich die Hände, wenn er sowas liest. Jetzt also doch. 😉

    Und warum lacht er? Als der Fachbereich „Information & Dokumentation“ Mitte der 80er Jahre gegründet werden sollte, haben alle damaligen Bibliotheks-Fachbereiche landauf landab dankend abgelehnt, weil man sowas nicht brauchen würde. Thomas Seeger zog durch die Lande, bot es vielen an, und machte es am Ende selbst.

    Also produzierte die FH Darmstadt ab 1986 die ersten Informationswirte in Deutschland, die vor allem auch die obige Informationskompetenz mit auf den Weg bekamen. Für mich gelebter Alltag und Praxis, und immer auch ein wichtiges Abgrenzungsmoment bei der Stellensuche. Qua Ausbildung steht der eigentliche Inhalt der Informationsquelle im Infobroker-Geschäft im Vordergrund, nicht nur dessen Verwaltung und Bereitstellung – man vergebe mir diese verkürzte Darstellung, liebe Fachkollegen.

    Und heute haben bilden sogar die Kölner Informationswirte aus … Was war ich damals entsetzt, daß auf der Fachmesse Infobase die Kölner Informationswirte als die kommende (!) Generation technisch und inhaltlich ausgebildeter Informationsspezialisten angepriesen wurde, während im Publikum Informationswirte aus Darmstadt saßen. Da vermittelt man schon als Student Informationskompetenz in Nebenjobs, um dann auf der Bühne für noch nicht existent erklärt zu werden.

    Sei’s drum. so langsam lässt das Gefühl nach, aus der Zukunft in eine rückständige Gegenwart geplumpst zu sein, und lasst uns gemeinsam die dringendst benötigte Informationskompetenz vermitteln. 🙂

  2. Ja, Bloch nannte so etwas „Ungleichzeitigkeiten“, nicht wahr? Jedenfalls werden dies Pioniere immer wieder erleben, dass Nachfolgende (noch nicht einmal Plagiatoren) das Rad neu erfinden und (borniert) meinen, sie hätten es als Erste erfunden … Deshalb herzlichen Dank für den ausführlichen Kommentar und den durchaus versöhnlichen Schluss! 🙂

  3. also an der FH Potsdam ist der Studiengang „Informationswissenschaften“ seit Anfang der 90er interdisziplinär -wollt ich nur mal drauf hinweisen 😉