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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Vermutlich keine kostenfreien Leseausweise für Duisburger Fünft- und Sechstklässler

Die Kulturausschuss-Sitzung des Rates der Stadt Duisburg wird nächsten Dienstag, dem 25.11., einiges beraten was mit Bibliotheken und Kultur zu tun hat. So wird es um die Ã?ffnungszeiten in den Bezirksbibliotheken gehen, diese sollen laut einem Antrag der SPD-Fraktion auch Montags geöffnet haben, dann wird zudem ein zweiter Bücherbus mit Fahrer gefordert – und um einen Bürgerantrag, zu dem schon eine Stellungnahme vorliegt, die dann vermutlich abgenickt werden wird. Aller Voraussicht nach jedenfalls, bis Dienstag kann noch eine Menge passieren. Aber selbst wenn nicht, die Begründung ist interessant genug.

Es geht um die Ausstellung von kostenlosen Leseausweisen für an Schülerinnen und Schüler des 5. und 6. Jahrgangs an weiterführenden Schulen, die von einer Duisburger Bürgerin eingereicht wurde. Dieser Vorschlag wird vermutlich am Dienstag abgelehnt, eine ausführliche Begründung des Kulturausschusses liegt jedenfalls schon mal als PDF vor, ich zitiere die Kernpunkte:

Ihre Eingabe, den Schülerinnen und Schülern an
weiterführenden Schulen in den Jahrgangsstufen 5 und 6 einen kostenlosen
Benutzerausweis der Stadtbibliothek Duisburg anzubieten, ist aufgrund der schwierigen
Finanzsituation, in der sich die Stadt Duisburg befindet, leider nicht möglich. […] Im Rahmen der am 24. Mai 2004 vom Rat der Stadt Duisburg beschlossenen
Entgeltordnung wurde festgelegt, dass Schülerinnen und Schüler im ersten und zweiten
Schuljahr der Grundschule einen kostenlosen Ausweis erhalten, insofern sie an einer
Klassenführung in der Zentralbibliothek, in den sechs Bezirksbibliotheken oder in den sieben
Stadtteilbibliotheken teilgenommen haben. Darüber hinaus wurde festgelegt, dass Kinder bis
zum 13. Lebensjahr nur 6 â?¬ für einen Benutzerausweis zahlen müssen, insofern in ihrer
Familie bereits ein mit 12 â?¬ bezahlter Benutzerausweis vorliegt. Eine analoge Regelung
wurde für Jugendliche vom 13. bis zum 18. Lebensjahr getroffen, die nur 9 â?¬ zahlen müssen,
insofern in ihrer Familie bereits ein mit 12 â?¬ bezahlter Benutzerausweis vorliegt.
Der Stadtbibliothek ist es auf diese Weise möglich, jährlich einen Betrag von rund 135.000 â?¬
für ihre Dienstleistungen zu erwirtschaften. Diese Einnahmen beziehen sich nur auf die
Altersgruppe der von 1995 bis zum Jahr 2000 geborenen Kinder, also auf jene
Schülergruppe, für die Sie nun eine Befreiung von der Benutzungsgebühr beantragen. Aufgrund der prekären Haushaltssituation der Stadt Duisburg würde dieser Betrag dann entsprechend vom
Zuschuss für die Stadtbibliothek abgezogen werden müssen. Die daraus zwangsläufig
resultierende Konsequenz wäre die Einschränkung von Medienangeboten und
Dienstleistungen gerade auch im Bereich der Versorgung der Schulen. Das wäre allerdings
vor dem Hintergrund der Bildungssituation in Duisburg kontraproduktiv und kann weder in
unserem noch in Ihrem Interesse sein.
Wir werden daher leider an der bisherigen Regelung, wonach auch Kinder und Jugendliche
in Duisburg einen Bibliotheksausweis erwerben müssen, festhalten.

Wer mag mir verdenken, dass ich angesichts solcher Formulierungen skeptisch bin ob erstens die geforderte Montagsöffnung für die Zweigstellen und ein zweiter Bücherbus an nächstem Dienstag beschlossen werden wird. Wozu Zweigstellen Montags öffnen lassen wenn man doch in Duisburg die enge Kooperation mit den Duisburger Schulen und Kindergärten zur Förderung der
Lese- und Informationskompetenz erheblich intensiviert.
Wir wissen ja, dass Schulbibliotheken in der Regal total gute Ã?ffnungszeiten und aktuelle Bestände haben…

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