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Europa soll am deutschen Urheberrechts-Wesen genesen

Schöne Neuigkeiten sind auf heise.de zu lesen: Bundesjustizministerin Zypries möchte das Urheberrecht weiter modernisieren (s. die Vorhaben, die auf der Ministeriumsseite unter dem euphemistischen Titel „Europäisches Jahr der Kreativität und Innovation“ veröffentlicht wurden) und wieder einmal die Rechte der Urheber und „Kreativen“ stärken und auf europäischer Ebene „harmonisieren“. Hier wird erneut an die Privatkopie und die Vergütung derselben nachgedacht. Auch ein „Patentrechtsmodernisierungsgesetz“ ist geplant und es steht laut heise.de zu befürchten, dass die mühsam abgewehrte Frage der Softwarepatente erneut auf den Tisch kommen. [via Handakte WebLAWg]
Hey, Leute, lasst uns die ungeliebten Bibliotheken mit ihrem Alles-zugänglich-machen-Wahn schlieÃ?en und Buchläden aufmachen. Stärkt die Urheber ungemein!

2 Kommentare

  1. Ich bin ohnehin für eine Urheberrechtsabgabe auf Pflastersteine. Ich habe schon mehrmals beobachtet, wie Passanten in der Stadt auf ebensolchen laut urheberrechtlich geschützte Lieder vor sich hin gepfiffen haben, ohne ein entsprechendes Entgelt zu entrichten. Dass derartige Schurkereien bislang ungesühnt und unbezahlt bleiben, prangert Frau Zypries zurecht an. Langsam sollte sich diese Regierung wirklich ein anderes Volk wählen.

  2. Das Problem der Kritik an Urheberrechtsnovellen und der Unterstützung der Privatkopie ist meinesachtens,daß sie intellektuell einfach kaum unterfüttert sind. Solange man die ganze Thematik als „Freibier für alle“ oder mit Floskeln wie „Teilhabe am kulturellen Leben“ verkauft, ist es kein Wunder, wenn die Gesetze immer weiter verschärft werden.

    Man müßte vielmehr klarstellen, daß es hier um den Schutz des (realen) Eigentums geht. Wenn das meine CD-Rohlinge sind, dann darf ich da mit meinem PC erstmal draufbrennen, was ich möchte. Wenn mir das jemand anders verbieten will, dann muß er bzw. ein solches Gesetz schon gute Gründe dafür haben. Die Privatkopie ist eben nicht nur eine opportune Dekriminalisierung der Kinderzimmer, sondern der Ausfluß zentraler Eigentumsrechte. Und wenn ich eine CD kopiere, um sie jemand anderem, den ich jederzeit die CD mithören lassen dürfte, geben zu können und gleichzeitig meine eigene Original-CD behalte, dann ist das auch nichts anderes als eine freie Entscheidung über mein Eigentum. (Weitere ca. 17 Seiten Argumentation gekürzt…)

    Diese Freiheit kann man dann zugunsten der Kreativen und der Vermarkter grundgesetzkonform (Interessenabwägung, Angemessenheit, Bestimmtheit, verständliches (!) Gesetz, etc.) und damit maßvoll einschränken. Im Moment wird die ganze Thematik aber leider ausschließlich seitens der Musikindustrie bestimmt, die es ihrer eigenen Willkür überlassen sehen will, wie viele Rechte sie den Käufern denn überhaupt noch zugestehen will.