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e-Book Reader: Ich würde textr nehmen

Ohne auch nur einen der neuen Reader (Sony, Kindle, txtr…) in der Hand gehabt zu haben, würde ich mich wohl für txtr entscheiden. Wie Bernd Sommerfeld in einem Kommentar hier schon beschrieb (Hervorhebungen von mir):

Vorteile des Berliner Txtr-ebook-Reader:

  • es ist schöner
  • es hat UMTS oder Edge Sony hat nichts davon
  • es hat Wlan, sony nicht
  • es hat Bluetooth, sony nicht
  • es wird ein SDK dafür geben und es ist offen, möglich auch custom features einzubauen
  • es wird eine offene Internet Plattform geben mit SDK um das Gerät mit Content zu versorgen, mit Community features und group work und Shop Funktionalität. Damit wird nicht nur kaufcontent verfügbar sondern auch die komplette Fülle der freien Dokumente, Blogs, Foren und Newsgroups
  • über das Modem hat man den Bookstore in der Hosentasche immer dabei
  • über RFID und Kurzbereichs Funk sind POI und “Kiosk” Anwendungen denkbar (Komponeten dafür sind bereits enthalten)
  • es ist schneller
  • es ist mobiler (hat einen kleineren Formfaktor)

Bei Andreas Steinhauser, Joscha Bach, Ronnie Vuine, Frank Rieger und Ulrik Deichsel dreht sich alles um vernetztes Lesen. Mit ihrer kürzlich gestarteten Cyberplattform txtr wollen die Berliner eine “zentrale Anlaufstelle für alle lesenswerten Dokumente im Netz” erschaffen. Auf txtr kann man Text-Dokumente und Präsentationen speichern und online austauschen. Man kann Texte weiterempfehlen, kommentieren und mit Tags versehen…

Spannend an der Plattform textr.com ist die Möglichkeit, dort eigene oder fremde Texte abzulegen. Das kennen wir natürlich auch schon von Diensten wie Scribd usw., aber die auf txtr.com abgelegten Texte kann man mit einem Programm auch auf dem iPhone lesen, und zwar sehr komfortabel. Die schlechte Nachricht: Die neue, fehlerbereinigte Version ist noch nicht im Appstore 🙁 Nach Auskunft des (sehr schnellen) textr-Supports wird sie in Kürze verfügbar sein. Überflüssig zu erwähnen, dass auf textr.com die Texte, Fundstücke etc. mit einem Bookmarklet übernommen werden können. Wie bei Furl werden z.B. ganze Webseiten „archiviert“.

Autor: Edlef Stabenau

Ich bin Bibliothekar

10 Kommentare

  1. Dieses Gerät ist nicht verfügbar, was sein größtes Manko ist. Herr Sommerfeld macht ja rührend Werbung, aber das Sony (nein ich bin kein Fan des Gerätes) beherrscht auch txt, rtf, Epub und pdf.
    Mein Handy hat UMTS. Ich werde mir dann einen Reader kaufen, wenn er nicht mehr als 100€ kostet, ich damit auch Zeitung lesen kann, notfalls auch via Handy-UMTS.

    Die Verlage sollten mit ihren eBooks und Zeitschriften in die Pushen kommen zu Preisen, die mir das Hacken verleiden. Epubs und PDF erstellen ist nämlich sehr einfach.

    Ich wünsche mir, da das hier ein Biblio-Blog ist auch Bibliotheken für diese eBooks. Nein. Nicht im Netz. Daheim, eine Mischung aus Bibliothek und Videothek. ALLE Bücher als eBook. In den Regalen zum umherstöbern, gedruckt, am Tresen gibt es den (gerne auch geschützten) Datenträger dazu, mit Verfalkl-Datum. (USB-Stick?)

    Ich möchte ein Lesegerät und keine Plattform dazu. Brauche ich nicht.

    Nein, solch eine Plattform ist überflüssig. Sorry textr.

  2. Ich kann mikel nur zustimmen: Eigentlich wollen wir alle nur ein Gerät, auf dem wir das ganze Zeugs, was wir momentan am Rechner lesen oder ausdrucken, anzeigen können. Dafür brauchen wir aber keinen eingebauten Buchladen wie im Kindle oder eine Community, sondern einfach nur eine vernünftige Konvertierungssoftware.
    Problematisch an Textr ist auch, dass die Firma in Deutschland sitzt und sie somit bei den doch zu erwartenden massiven Urheberrechtsverletzungen auf deren Plattform zumindestens als Mitstörer ganz schnell Probleme kriegen wird.

  3. Aber Bibliotheken haben doch diese großartige Onleihe für Ebooks? 😉

    Sony hat jetzt erstmal das Alleinstellungsmerkmal für Deutschland: Den das Gerät gibt es und es ist offener als der Kindle. Mir persönlich ist der Sony allerdings zu teuer. Zudem: Ist eigentlich diese Sache mit „Buchpreisbindung für elektronische Bücher“ jetzt geklärt oder nicht?
    Ad Astra

  4. Es wird ein schöner frommer Wunsch bleiben, dass mit der Ergänzung des gedruckten Bestandes durch E-Books. Ich habe bisher noch von keine Bibliothek gehört, die die rechtefreien E-Books aus dem Internet als Zusatzservice für ihre Kunden auf CD oder DVD anbietet zum Mitnehmen…
    Aber dafür ist ja kein Geld da, dass man brauchen würde um jemanden zu beschäftigen, der das macht.

  5. „Book is the new wireless platform that never needs to be charged!!!“

    http://www.penny-arcade.com/comic/2009/3/9/progress/

  6. sowas könnte man ja im Bibliotheksverbund machen. Das konvertieren, scannen etc. Das wäre aber auch ein Rechte-Thema, dem sich gerade Bibliotheken stellen müssen, meines Erachtens..

  7. Ich wundere mich ein wenig, wie stark (zugegebenermaßen gute) Werbung selbst in einem Bibliotheks-Weblog es schafft, Nebelkerzen zu werfen. Dabei sind die Fakten doch klar. In Deutschland gibt es derzeit mindestens zu kaufen an e-readern:

    * Cybook (Mobi, txt, html, pdf)
    * BeBook (Mobi, txt, pdf, rtf und einiges mehr)
    * iRex Iliad (Mobi, pdf, rtf, html)
    * iRex Digital Reader (s. Iliad)
    * in einer Woche den Sony Reader

    Die beiden iRex-Geräte haben WLAN (als Option), das BeBook kann bald mit WLAN-Karten umgehen. All das Gerede von „Alleinstellungsmerkmal“ usf. ist hinsichtlich der Hardware nicht richtig. Wenn es darum geht, Dokumente, die man bisher am PC liest, auf einen Reader zu übertragen, denn sind die großen und teuren iRex-Geräte gut. Der Sony wird mit einem wohl recht großen deutschen Angebot glänzen können. Die beiden anderen sind, was Kaufangebote betrifft, vor allem auf den englischsprachigen Raum oder PD angewiesen. Mit feedbooks oder mobileread steht für alle Geräte zudem ein enorm rührige und kompetente Community zur Verfügung. Dort gibt es auch Lesestoff für Jahre, nur halt nicht den aktuellen King etc.

    Aber es ist überhaupt nicht so, dass es nur die Alternative Vaporware (textr) und Kindle gibt! Aber offenbar reicht ein Glöckchen äh Stichwort (Amazon! Web 2.0) und … .

    Auch preislich gibt es Alternativen zu Sony und textr (der wird garantiert mehr als 300 EUR kosten und bei der Featureitis nach ein paar Stunden stromlos sein). Und ist man bereit, im GB-Urlaub ein Cybook mitzunehmen, macht man sogar ein dickes Schnäppchen!

    Übrigens: Der Adobe-Onleihe-Trash würde die Geräte ganz schön ins Schwitzen bringen. Selbst wenn die erstellten DRM-PDF reflow wären (was sie i.d.R. nicht sind, d.h. die kleinen Displays können das nicht richtig anzeigen, weil kein Umbruch abhängig von Diyplaygröße erfolgt), hat Adobe seinen Reader offenbar auf das Einbrennen von CPUs programmiert 😉 Dennoch arbeiten BeBook und Bookeen (Cybook) an einer Umgebung für Adobe-DE auf ihren Readern.

  8. Natürlich mag es andere Geräte geben – aber die öffentliche Wahrnehmung des Ebooks, da schließe ich Bibliotheken mal mit ein, wird bestimmt von Textr, Sony und Amazon. Was ein Ebook-Reader mit dem Web2.0 zu tun haben soll ist mir schleierhaft – es mag Anwendungen dafür geben, das Gerät an sich ist es aber erstmal nicht.

    Sorry, aber der Sony hat EIN Alleinstellungsmerkmal: Er ist der erste, der in Deutschland mit einem großen Angebot von Romanen startet. Ich weiß nicht, ob die anderen Reader bequem versorgt werden können – vermutlich eher nicht, ich erinnere mich noch was das für eine Fudelei war für den Palm ein einfaches PDF-File in PDB umzuwandeln.

    Der Benutzer von heute braucht ein Gerät, dass er möglichst einfach bedienen kann. Die oben angeführten Geräte sind sicherlich schon längst zu kaufen – aber wie simpel sind sie? Wie einfach kann man sie bedienen? Gibts da schon Tests zu? Ich kenne keine – beim Kindle und Sony gibts Testberichte en masse.

    Wie geschrieben: 300 Euro sind einfach viel zu teuer für ein Gerät, mit dem ich elektronische Texte lesen kann. Dann lieber einen alten Palm bei Ebay ersteigern und sich selbst ans Umwandeln machen – sofern die Software mit VISTA kompatibel ist… Und dann hat man auch mehr als nur einen einfachen Reader, der nur Dateien lesbar macht. Zudem: Netbooks sind die besseren E-Reader. 😉

  9. @Christian Sorry, aber wer nicht lesen will (zugegeben: Englisch halt), der wird auch nichts wissen wollen. Ich habe ja mind. zwei Links genannt, bei denen massenhaft Test- und Userberichte liegen, zu allen Reader, sogar zu den Palmreadern oder den Uraltteilen. Und sogar teilweis auf Deutsch oder Französisch.

    Auch die Wiederholung schlicht falscher Tatsachen und das Rekurrieren auf ominöse Bentuzer (welche kennst du), ohne sich kundig zu machen oder ein Gerät in der Hand zu ahlten (ich habe eines, der Nutzer sagt: toll), machen diese nicht richtiger. Aber auf einen Systemstreit habe ich keine Lust, zumal wenn Aussagen wie „besser als“ auf einer nicht vorhandenen empirischen Datenlage gemacht werden. Wär’s nicht ev. justitiabel würde ich sowas „Dummschwätz“ nennen.

    Zum Textr: Wenn ich morgen in die Stabi Berlin gehe und einen Bibliothekar dort nach dem Textr oder generell e-ink frage … nein, tue ich lieber nicht, wir wollen niemanden aufwecken. Du weißt ja offenbar auch sehr wenig über den Textr und die dahinter stehende Web-2.0-Anwendung, sonst wäre dir „Web2.0“ nicht schleierhaft. Andere Stichworte, für Google: Mobipocket, epub, O’Reilly, fictionwise, barnesandnoble. Soviel zum Alleinstellungsmerkmal des Sony. Natürlich, Uta Danella gibt es nur bei Thalia.

    Was soll’s, es ist eh müßig.

  10. Siehe Börsenblatt Interview vom 17.3.09 http://www.boersenblatt.net/312286/
    (nur als Ergänzung gedacht, keine Werbung keine Empfehlung. Ich mag es lieber gedruckt) :mrgreen: