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Zentralen an die Peripherie!

Viellleicht ist es ein Trend, dass die Zentralbibliotheken immer weiter draußen gebaut werden? In Stuttgart rückt die Zentralbibliothek schon an den Rand der Innenstadt (man könnte mit gutem Grund auch sagen, dass es schon jenseits ist…), aber die Berliner können das jetzt noch locker toppen: Wie LIS in Potsdam und Bibliothekarinnen sind uncool melden, soll die ZLB-Zentralbibliothek jetzt auf dem Tempelhofer Flugfeld geplant werden. Das ist noch viel weiter draußen, als man es sich in Stuttgart je vorstellen könnte.

7 Kommentare

  1. Der ehemalige Zentralflughafen Tempelhof liegt mitten in der Stadt, wenn Sie mal schauen wollen
    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Lage_der_Berliner_Flugh%C3%A4fen.svg&filetimestamp=20081101133958

    – und übrigens nur ein paar hundert Meter entfernt vom jetzigen Teilstandort AGB. Hat auch ’ne direkte U-Bahn-Anbindung(Platz der Luftbrücke). Gruss aus Berlin.

  2. So dramatisch am Ende der Welt liegt das Flugfeld eigentlich gar nicht. Vom Bahnhof Friedrichstraße braucht es nach Tempelhof mit der U-Bahn ein gutes Viertelstündchen. Vom Alexanderplatz vielleicht fünf Minuten mehr. Und wenn man im ‚Problembezirk‘ Neukölln wohnt, kann man endlich rüberlaufen. JWD bedeutet in Berlin doch noch mal etwas ganz anderes…

  3. ok, stimmt. Mein letzter Eindruck stammte von einer S-Bahn-Fahrt von Schönefeld her; aber die S-Bahn klappert ja die Ränder ab. Für die Tempelhofer/Neuköllner ist es natürlich Klasse, für jene aus Mitte/Kreuzberg erträglich; vom Wedding und von anderen nördlichen Teilen ist es eine halbe Stunde und mehr …

  4. Letzten Endes ist der Tempelhofer Damm mit öffentlichen Verkehrsmitteln immer noch besser zu erreichen, als einer der jetzigen Standorte der ZLB, die Berliner Stadtbibliothek in Mitte. Dort läuft man von der nächstgelegenen U-Bahn erstmal 10-15 Minuten. So kommt man auch erstaunlich schnell auf über 30 Minuten „Reisezeit“…

  5. Zur kleinen Ergänzung: Die Berliner Zeitung nimmt sich im heutigen Feulleton dem Thema gleich in 3 Artikeln (inkl. Interview mit Klaus Wowereit) an – siehe http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0327/feuilleton/index.html?ressort=Feuilleton. Interessant vor allem das Plädoyer für den Standort Tempelhof („Wagt es endlich!“), in welchem auch geschrieben steht, dass Bibliotheken als gegenwärtige „kulturelle Bauaufgabe schlechthin“ den Politikern Wählerstimmen bescheren können.

  6. Am Samstag brachte die Morgenpost einen Artikel zur Standortfrage.

  7. @Juergen Plieninger
    Nein, sorry, stimmt doch nicht so ganz. Weder liegt Tempelhof ´mitten in der Stadt´ noch jwd. Und der Hinweis auf die Weddinger ist sehr richtig, d.h. man muss sich die Verteilung der Bevölkerung in der Stadt ansehen. Die Südwestecke des Flugfeldes, wo die ZLB entstehen soll, liegt am Rand der Innenstadt. Man könnte auch sagen an ihrer Peripherie. Direkt an der Stadtautobahn, einem gigantischen Straßenkreuz, nicht weit von Gewerbegebieten. Und da gehören die Bücher nicht hin, sondern an einen Ort, wo es noch ein großstädtisches, urbanes Umfeld gibt. Das muss nicht direkt im Zentrum sein, aber auch nicht allzu weit davon entfernt. Der jetzige Standort in Kreuzberg (Blücherplatz) ist solch ein Ort, wo Zentralität und Urbanität gegeben sind. Mehr dazu ist nachzulesen unter http://www.stadt-und-region.net/pdf/ZLB_Standorte.pdf. Der optimale Standort ist Tempelhof nach meiner Einschätzung weder für die Benutzer und die Bibliothek, noch für die Stadt.