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Neue Schulbibliothekarin in Lemgo

Eine bisher ehrenamtlich verwaltete Bibliothek wird jetzt von fest angestelltem Personal betreut – dank einiger Geschicklichkeit bei der Akquirierung von Mitteln. Wenn man den Artikel in der Lippischen Wochenschau richtig interpretiert, so zeitgt sich, dass die Mittel nicht für Fachpersonal gereicht haben. Die neue Kollegin hat jedoch viele Ideen für die Gestaltung ihrer Arbeit und der Bibliothek.

9 Kommentare

  1. Und wenn man genau hinschaut, dann ist die Redakteurin der Auffassung, dass man schon dann Bibliothekar ist (genannt wird), wenn man in einer Bibliothek arbeitet. Mieses Marketing der Bibliothekare? Bei meinem Friseur steht an der Tür ein Schild: „Was der Friseur kann, kann nur der Friseur“ – besser kann man meines Erachtens Expertenwissen nicht zusammenfassen.

    Selbstverständlich kann sich nicht jede Schule mit einer Bibliothek mit meist deutlich unter 10.000 Medien eine Vollzeit-Fachkraft leisten. Es ist immer wieder verwunderlich, dass die Fachdienstleistung in so geringen Umfang zentral durch Schulbibliothekarische Arbeitsstellen angeboten wird.

    Dem wird Rechnung getragen, dass es eine Schulbibliothekarische Ausbildung in unseren Breiten nicht gibt. Oder ist das die Frage mit der Henne und dem Ei und was war zuerst? 🙂

  2. Schulbibliotheken – das machen hierzulande Lehrer nebenbei!
    Der freundliche Studienrat, der uns Hofer Jean-Paul-Gymnasium in Hof u.a. Jean Pauls handschriftliche Ausleihzettel zeigte, sah vor allem in seiner Ausbildung als Deutschlehrer die wesentliche Voraussetzung dafür, die Schulbibliothek betreuen zu können. Belesenheit wird halt immer noch für das wichtigste Kennzeichen unseres Berufes gehalten.
    Man muss nur in dem zugegeben schon etwas älteren Nachschlagewerk „Beruf und Arbeit in deutscher Erzählung“ von Franz Anselm Schmitt (Sttg., 1952) nachsehen, was dort alles unter Bibliothekar versammelt ist!

  3. Entschuldigung!
    Als ich das „Hofer Jean-Paul-Gymnasium“ in „Jean-Paul-Gymnasium in Hof“ änderte, ist aus Versehen die erste Ortszuschreibung stehen gebieben. Dafür fehlt das „im“.

  4. Dann eben doch die Sache mit der Henne und dem Ei… betreuen die Lehrer „aus der Not geboren“ nebenbei oder weil sie den Job unbedingt wollen? Für die Betreuung erhält man ja immerhin eine Stunde Befreiung von der Unterrichtsverpflichtung – ein tolles Geschäft… in so einer Stunde leistet man locker, Bestandspflege, Katalogisierung und ähnlichen Pipifax?
    Die Unterstützung des dbv besteht nach meiner Wahrnehmung darin, dass man dazu auffordert, die ohnehin vorhandene Monatskarte der Schüler für den öffentlichen Personennahverkehr auszunutzen und einmal jährlich einen Ausflug in die ÖB zu machen – als Alternative zum Waldlehrpfad.

    Ich kenne durchaus einige Schulen, die Bibliothekare beschäftigen – wenn ich es mir überlege allerdings alle in privater Trägerschaft 🙁
    Dort ist die Bibliothek als Lernraum mit Angeboten iS von teaching library an der Tagesordnung. Ich fürchte, diese Bibliothekare reisen ins Ausland, um sich fortzubilden.

    Ein Bibliothekar ist kein Pädagoge und ein Pädagoge ist kein Bibliothekar – und ein Schulbibliothekar ist noch was anderes. Ein Allgemeinmediziner ist kein Zahnarzt – und ein Kieferchirurg ist wieder eine andere Spezies. Was der Friseur kann, kann eben nur der Friseur.

  5. Ich habe im Titel ganz bewußt „Schulbibliothekarin“ stehen lassen, dann den Text eher neutral formuliert. Als Mitglied eines Personenverbandes, des BIB, ist es mir natürlich ein Anliegen, dass möglichst viele Bibliotheken fachlicwh betreut werden, ganz klar. Nur sind eben viele Stellen etatmäßig nicht in der Lage, das zu bezahlen. Und dann ist es mir immer noch lieber, jemand macht das, der Affinität zu der Tätigkeit hat und sich eventuell dann weiter fortbildet, als dass unser Beruf grämlich den Begriff „Bibliothekar/in“ für sich reklamiert und alle kritisiert, die es einfach so benutzen. Redakteure benutzen den Begriff nun einmal umgangssprachlich von der Funktion her und nicht berufsständisch. Mir scheint immer noch etwas Positives darin zu liegen, dass (Schul-)Bibliotheken beschäftigen Kräfte fort-, weiter- oder gar ausgebildet werden, ohne dass sie ins Ausland fahren müssen. Meiner Erfahrung nach wissen diese Kräfte, ganz gleich ob ehrenamtlich oder bezahlt beschäftigt, nach einer Weile lang schon um die Qualität professioneller Betreuung und ich kenne Fälle, wo eben diese dann fordern, dass die Bibliothek professionell geführt sein sollte.

  6. D’accord – an diesem Punkt wollte ich auch garnicht widersprechen. Sondern ich bin für etwas, was ich „Hygiene im Kopf“ nenne. Das bezieht sich auf die umgangssprachliche Nutzung des Berufsbezeichnung Bibliothekar. Aber man muss die Spezialkenntnisse von Bibliothekaren deutlich machen, damit sich der Begriff nicht weiter als Oberbegriff für „Bücherausleiher“ durchsetzt.
    Und natürlich bin ich der Meinung, dass Schulbibliotheken Schulbibliothekare und sei es auch als externe Berater zur Verfügung stehen sollten. Dafür haben sie nämlich Geld 🙂

  7. Als mein Vater vor ca. 3 Jahren die Schulbibliothek an seiner Schule mit Fördergeldern auf Vordermann brachte, habe ich ihm ein wenig geholfen (Bibliothekssoftware etc.) – und je mehr er sich damit befasste, desto mehr wurde ihm klar, wie komplex unser Beruf eigentlich ist und was man alles beachten muss/sollte.
    Sehr ägerlich war damals, dass er gerne mit der örtlichen Stadtbibliothek zusammengearbeitet hätte, aber dort keinerlei Interesse bestand, ein wenig mit fachlichen Tipps zur Seite zu stehen! Das nenne ich eine verpasste Chance für die Stadtbibliothek!

    Die Bibliothek wird nun auch von einem Lehrer geführt, die ekz liefert mehrmals im Jahr neue Titel, die Regale wurden von Berufsschülern einer Nachbarschule gebaut. Es ist ein sehr schöner, heller und freundlicher Raum geworden, der von den Schülern gut und gerne genutzt wird.

  8. Ja, wenn eine Stadtbibliothek die offizielle dbv Meinung „lasset die Kindlein in die Bibliothek kommen“ vertritt, dann kommt das dabei raus. Andere machen es anders… ///log.netbib.de/archives/2009/04/01/kleine-schulbibliothek-grose-wirkung/

  9. Ich hatte das Glück, dass in meinem Gymnasium in Schweinfurt eine Zweigstelle der Stadtbücherei untergebracht war.
    Auch zu meiner Zeit gab es eine gute Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Bibliothekspersonal.
    http://www.humboldt-gym-sw.de/?show=333