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Versteckte Bücher

Die Uni Duisburg-Essen beschäftigt einen Studenten als Büchersucher, wie der Online-Spiegel berichtet. Das Problem ist vermutlich in allen Bibliotheken bekannt … und auch bei uns in der UB Lüneburg waren es zu meiner Zeit überwiegend BWL-Bücher.

6 Kommentare

  1. Die Zeit pflegt das Phänomen ja immer wieder auszuwerten. Eines ist klar, seit Jahren liegen wir in einem Wettstreit mit den Theologen um Platz 1 der Bücherverstecker – auf den Plätzen tummeln sich verschiedene Fakultäten. Aber die Favoritenrolle der Juristen und Theologen kann nicht bestritten werden. BWLer – lächerlich… 🙂
    http://www.zeit.de/online/2008/30/bg-jura-buecher?1
    Auch die NZZ kam im September 2008 – wie wohl mit dem Anspruch angetreten, die Theorie zu widerlegen – nicht zu einem verläßlichen abweichenden Ergebnis.

  2. Also selbst die wahrhaft nicht als Sympathieträger bekannten Mannheimer BWLer haben sich in den 1990er Jahren immer wieder angewidert von der von den benachbarten Juristen ständig beklagten Bücherversteckerei gezeigt…

  3. @Susanne Drauz:
    Da ist Ihnen etwas durcheinander geraten: im Artikel des Online-Spiegel war davon die Rede, dass Bücher versteckt werden, um sie jederzeit unbeeinträchtigt durch andere Benutzer zur Verfügung haben … dass bei den Juristen und den Theologen die meisten Bücher geklaut werden, das war vor über 30 Jahren schon unbestritten!
    Ob das auch eine Aussage darüber ist, wie wenig das Wissen um Strafen – himmlischen wie irdischen – abschreckt?

  4. Dass wir Bücher klauen, so wie ein Laie das versteht im Sinne eines Diebstahles, war schon immer eine üble Verleumdung (Tatsachenbehauptung). Aber wir Juristen kennen die Wahlfeststellung, in den Varianten echte und unechte, das das geht zu weit… Jedenfalls Diebstahl/Unterschlagung (unechte 🙂 ) – beides zeichnet sich aus durch „se ut dominum gerere“ – Zueignungsabsicht, sich wie ein Eigentümer gerieren. Und wenn ich also den Staudinger in der hintersten Ecke der im Keller angesiedelten Rechtsoziologie (Juristisches Seminar Uni Mannheim 70/80er 🙂 ) in ein Regal einordne, dann… dreht der Jurist die Hand nicht um, ob Diebstahl oder Unterschlagung, jedenfalls „se ut dominum gerere“ – das erklärt, warum wir uns in all den Jahrhunderten niemals gewehrt haben
    Und wenn die Glocken bei den Ursulinen gegenüber bimmeln und ich das Buch reumütig an seinen Platz zurück bringe, dann… ist es für einen Rücktritt zu spät, aber niemals für tätige Reue. Das tröstet.
    @AndreasP – korrekte Wahrnehmung, deshalb habe ich auch davor VWL studiert – schrecklich, diese Golf GTI-Söhnchen mit ihren Aigner-Aktenkoffern…

  5. Bei uns gibt es dieses Problem kaum – da werden die Bücher einfach monatelang ausgeborgt.

  6. Ein Streit darüber, wer am meisten Bücher versteckt oder klaut, finde ich absolut lächerlich. Wer unbedingt zu Hause Bücher horten will, soll sich die Bücher kaufen. Außerdem hätte bei uns in der Bibliothek keiner eine realistische Chance, dauerhaft Bücher zu verstecken, weil bei uns täglich Bücher zurückgestellt und in regelmäßigen Abständen die Regale kontrolliert werden. Aber natürlich sind auch wir gegen diejenigen, die genügend kriminelle Energie entwickeln und unbedingt klauen wollen, machtlos. Da helfen auch die besten Sicherungsanlagen und Heerscharen von kontrollierenden Studenten nichts.