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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

The Library-Catalog Wars

Der Artikel im Chronicle of Higher Education After Losing Users in Catalogs, Libraries Find Better Search Software hat einige Aufmerksamkeit erhalten, es geht darin – kurz gesagt – um die nicht nur bei uns, „mittelalterlichen“ Such- und Darstellungsfunktionen in Bibliothekskatalogen und die Notwendigkeit mit anderen Retrievalmöglichkeiten (und Software) die vorhandenen Daten in Bibliothekskatalogen zu erschließen. Durch die heutigen Katalogoberfächen ist man natürlich in der Lage sog. Benutzerschulungen anbieten zu können/müssen, wesentlich effizienter wäre es aber wohl, wenn die Software der Kataloge besser wäre… Einige Beispiele gibt es ja schon (beluga, E-Lib..), wobei dort ja auch nur eine neue Hülle überalterten Produkten übergestülpt wird.

Es gibt einen Nachschlag zu o.a. Artikel, The Library-Catalog Wars: ‚Chronicle‘ Readers Weigh In, in dem einige Kommentare zusammengefasst werden, ganz böse ist natürlich dieser:

“Fact of the matter is students don’t know how to use the catalog, library instruction is limited and frankly usually offered by people who are terrified of Google and Web 2.0. You don’t need to revamp the library catalog and interface, you need to revamp the librarians and how they are taught.”

Wer noch einen Beleg dafür benötigt, dass Bibliothekskataloge natürlich in Konkurrenz zu kommerziellen Angeboten stehen,  möge sich mal den interessanten „unwissenschaftlichen Test“ von Dale Askey mit dem Thema Amazon vs. WorldCat durchlesen.

Autor: Edlef Stabenau

Ich bin Bibliothekar

5 Kommentare

  1. Vielleicht kann auch dieser Vortrag
    http://www.ajbd.de/veranst/2008Muenchen/2008Muenchen-Wiesenmueller.pdf
    zur Veranschaulichung des aktuellen Stands und der zukünftigen Entwicklung von Bibliothekskatalogen ganz hilfreich sein und einige Aussagen dieses Blogs relativieren.

  2. Nach meinem Dafürhalten geht der Ruf nach der angeblich benötigten besseren Software am Problem vorbei – der Output hängt vom Input ab: „…you need to revamp the librarians and how they are taught.” Ich dachte, da wären wir uns einig? 🙂

  3. Du hast natürlich Recht, vielleicht sollte man nicht so viele BibliothekarInnen bei der Kataloggestaltung mitreden lassen? 😉

  4. Wo las ich kürzlich: „Nutzer sind die besseren Katalogisierer“? Verflixte Informationsflut mit einer Folienschwemme im Herbst – und ich lese zwanghaft alles…

  5. @X-Men Bei diesem Vortrag war ich anwesend, er relativiert nicht im geringsten die These, dass der Output ziemlich viel mit dem Input durch Katalogisierer zu tun hat.