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Preisverleihung an Biberacher Medien- und Informationszentrum

Der nationale Preis „Bibliothek des Jahres 2009“ der „ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius“ wurde am „Tag der Bibliotheken“ verliehen. Bedeutsam ist noch folgendes:

Im Anschluss an die Preisverleihung wurde anlässlich des „Tages der Bibliotheken in Baden-Württemberg“ die Vereinbarung „Öffentliche Bibliotheken als öffentliche Aufgabe“ von Vertretern von Gemeinde-, Landkreis- und Städtetag sowie von Staatssekretär Wacker unterzeichnet. Es ist ein Positionspapier, mit dem sich die kommunalen Landesverbände zusammen mit dem Bibliotheksverband zu ihrer Verantwortung für die öffentlichen Bibliotheken und deren Bedeutung für die Gesellschaft bekennen.

[via Schwäbische Zeitung] Damit wird die „freiwillige Aufgabe“ Bibliothek für die Kommunen in Baden-Württemberg etwas verbindlicher. Das Postitionspapier kann man als PDF von der dbv-Homepage herunterladen.
(Was einen, nebenbei, wiederum traurig stimmt, ist der Zustand der Metadaten dieses PDFs. Gerade mal ein Name ist angegeben und der Begriff „Urkunde1“, der bei Suchmaschinen sicher sehr prominent gesucht wird. Weder der Name des Verbandes noch der Sachthemen sind aufgeführt …)

2 Kommentare

  1. Ist ja niedlich – ob die Herrschaften so ein Papierchen wohl auch unterschrieben hätten, wenn ihnen klar gewesen wären, dass sie mit diesem „letter of intent“ volle Kanne in den Verpflichtungsbereich der Entscheidung des BVerwG vom 27.05.2009 geraten, das ausdrücklich untersagt, sich solcher „freiwilligen“ Leistungen zu entziehen? 🙂
    Hier ist die Entscheidung zum nachlesen…
    http://www.fleischmann.org/pdf/BVerwG_Urteil_vom_27.5.2009-8C10.08.pdf
    Nicht verwirren lassen, weil es dabei vordergründig um einen Weihnachtsmarkt geht – der hat mit ÖBs nämlich eines gemeinsam: die Einordnung als „freiwillige“ Leistung.

  2. Lese ich da einen bahn- und schleusenbrechenden Kommentar für die zum Teil unhaltbaren, da chronisch unterfinanzierten Bibliothekssituationen? Gar ein Stopp in der Sterberate der Bibliotheken?

    Gerade an der Vorbereitung zum 1. Schleswig-Holsteinischen Schulbibliothekstag 2009 sitzend und im Begriff, etwas von „freiwilliger Leistung“ als undankbare Rahmenbedingung zu schreiben, da kommt mir dieser Hinweis zum Urteilsspruch – einen großen Dank an Frau Drauz! – in die willkommene Quere.

    Meine spontane Einschätzung: das dürfte bahnbrechend für Bibliotheken sein. Ist doch das Unwort beinahe eines Jahrzehnts die „freiwillige Leistung“. Und laut Urteilsschluss muss das nicht mehr so ohne Weiteres hingenommen werden. Wird eine Klageflut die logische Quintessenz sein? Jetzt ein lauter Ruf in Richtung Verbände – nehmt ihr euch der Sache an? Wo erfahren wir mehr?