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„Gehorche keinem!“

Der an der Fassade der UB Münster angebrachte Schriftzug führt zu einer öffentlichen Diskussion. Das Kunstwerk war ein Geschenk der Staatskanzlei Düsseldorf an die zweitgrößte Universität in Nordrhein-Westfalen. Die Kosten betrugen 65 000 Euro. Man kann es als Aufforderung zum stelbständigen Denken und zur Zivilcourage lesen, aber auch zum Ungehorsam. [via Münsterländische Volkszeitung] Eines ist sicher: Die Diskussion wird weitergehen. Das ist auch schon ein Erfolg!

7 Kommentare

  1. Auch hier noch mal:
    Westfälische Nachrichten

    Ich finde den Ausdruck „Gehorche keinem“ schon ein wenig kindisch, bockig. Aber Kunst am Bau ist ja vorgeschrieben, da muss man dann vielleicht auch nehmen was man kriegen kann 😉

  2. Ich finds gut. Die Welt könnte ruhig ein bisschen mehr Ungehorsam vertragen.

  3. 65.000 Euro … das Geld hätte man mal lieber in ein paar neue Fachbücher investiert. „Kunst am Bau“ ist immer noch einer der effektivsten Methode, Geld sinnlos zum Fenster hinauszuwerfen.

  4. Ähm, es gibt eine gesetzliche Regelung über den prozentualen Anteil von Kunst am Bau bei Bauvorhaben des Bundes und der Länder.

    Ist die Förderung der bildenden Kunst eine minderwertigere Verpflichtung?
    Die öffentlichen Gelder für Theater und Oper sind auch immer wieder ein Thema. Ich kenne Politiker, die sagen: „Wenn ich ein Buch will, gehe ich in den Buchhandel“ – die denken vermutlich an Bibliotheken als Geldverschwendung 🙂

  5. Der Befehl „Gehorche keinem“ erinnert mich an die Aussage „ich lüge immer“. Es ist ein Widerspruch in sich.

  6. @Susanne Drauz: „Kunst am Bau“ ist m. E. städtebaulich oft widersinnig, bei den Architekten mit Recht verhasst (es schmälert deren eigene Kunstfreiheit übrigens ziemlich stark), und oft genug unterdurchschnittlich in der Qualität. Finanziert wird nach der „Richtlinie für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes im Zuständigkeitsbereichs der Finanzbauverwaltungen (RBBau), Abschnitt K 7“, und so sieht es dann oft auch aus. Eine Art der Kunstförderung, die nicht gerade berauschende Ergebnisse zeitigt, und das seit vielen Jahrzehnten. Kritik daran ist nicht unbedingt Kritik an der Förderung der bildenden Kunst oder auch der Kunst im öffentlichen Raum insgesamt.

  7. Hier noch ein Kommentar von Marco Poltronieri (WDR 3 Mosaik – Das Kulturmagazin, Mittwoch, 04.11.09, 7.08 – 8.00 Uhr)

    http://www.wdr3.de/mosaik/details/artikel/wdr-3-mosaik-3205f19bf0.html