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Bibliothekskatalog auf Tasche


Im Dezember wies Christian auf den Mobilen Katalog der Iowa City Public Library hin, der über Smartphones gut zu nutzen ist. Die mir geläufigen deutschen Katalog kann man zwar auch „benutzen“, sie sind aber nicht für mobile Endgeräte optimiert. Je nach Gerät ist das ein ziemliches Gefrickel. Es gibt zwar für das iPhone einige Apps, die von Bibliotheken zur Verfügung gestellt werden, aber das nutzt den Besitzern andere Smartphones recht wenig, der Weg, die Website insgesamt zu optimieren oder eine mobile Version zur Verfügung zu stellen ist sicher der richtige.
Ein Beispiel aus Deutschland ist die Mobile Bibliothek der Zweigbibliothek Medizin, die allerdings eher nur eine Einstiegslinkliste für mobile Angebote und Ressourcen zu sein scheint…

Noch etwas professioneller als die Iowa City Public Library ist das Angebot der NCSU Libraries (North Carolina State University | Raleigh, NC)

The new NCSU Libraries Mobile site gives you access to essential library information, optimized for your mobile device. You can search for available computers, find hours and locations of branches and library services, look up items in the catalog, and even see the coffee line using the Hill of Beans webcam.

Grosse Teile der Website werden in „iPhone-Anmutung“ dargestellt, sind aber auch auf anderen Smartphones über den Browser nutzbar. Besonders schön gelungen ist die Simulation der Smartphone-Darstellung, die auf der Infoseite betrachtet werden kann (click here to preview…). Die Suchergebnisse können u.a. per Mail oder SMS verschickt werden. [via Walking Paper]

Wo sind denn die deutschen Angebote?

Autor: Edlef Stabenau

Ich bin Bibliothekar

9 Kommentare

  1. Da lese ich gerade auf Heise die Statistik, wer wie ins Netz geht und dann diesen Eintrag. Bei allem Verständnis für die Nutzer mobiler Endgeräte, aber optimiert wird im Hinblick auf Mehrheiten – schon weil die in der Masse lauter protestieren können. Hier kommt der Link auf den Heise Artikel http://www.heise.de/newsticker/meldung/Chrome-ueberholt-Safari-894467.html

  2. Ich mach dann mal ein bischen Werbung hier: Im aktuellen Entwicklungs-Zweig von VuFind ist seit kurz vor Weihnachten eine Mobil-Oberfläche enthalten. Die wird auch Teil von Version 1.0 sein.
    Nimmt man also diese Open Source Software als Katalog-Frontend (und beteiligt sich auch noch ein bischen an der Entwicklung, und sei es nur, indem man Fehler sucht, Textschnipsel übersetzt oder Ideen einbringt), stellt sich eigentlich nicht die Frage, für wen man „optimiert“. Man bekommt beides: Eine leicht (HTML und CSS) anpassbare Oberfläche für große wie für kleine Browser…
    OK, man muss das Ding noch vor sein Bibliothekssystem klemmen. Das ist aber eine schöne Gelegenheit sich eh mal mit diesem Dickschiff zu beschäftigen und sich ggf. mit dessen Hersteller zum Thema Schnittstellen auseinander zu setzen. Erscheint mir in Hinblick auf so manches, was man in Zukunft mit dem Dickschiff tun wollen wird, sinnvoll. Auf jeden Fall sinnvoller als „Optimier-Bastellösungen“ an bestehenden Oberflächen…

  3. Möglicherweise habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Sehr wohl bin ich dafür, dass Nutzer über alle Geräte, die ihnen zur Verfügung stehen, Zugriff haben. Benachrichtigungen per sms und eMail halte ich für Standard. Aber eine Optimierungsforderung für mobile Endgeräte scheint mir nicht auf Position 1 der to do Liste zu gehören. Da vermisse ich noch ganz viele andere „Selbstverständlichkeiten“ 🙂

  4. Pingback: Trend Nr. 1 für 2010: Mobile Bibliotheksanwendungen » Infobib

  5. @till: Prinzipiell hast Du recht. Und ich gehe davon aus, dass so gut wie alle ihren PICA/Ex-Libris-Katalog lieber heute als morgen in die Tonne werfen möchten. Leider ist Software wie VuFind allerdings nicht für jeden installierbar. Welche Bibliothek hat schon einen eigenen Webserver zu Verfügung? Man müsste ja erst einmal einen zu Testzwecken haben, um das Ganze mal auszuprobieren.

    Das ist leider nicht selbstverständlich. Selbst wenn man sich mit VuFind beschäftigen möchte, gibt es oft zwar ärgerliche, nichtsdestotrotz einfache und einleuchtende Gründe, warum es so einfach nicht geht.

    Und bevor man nichts macht, bastelt man dann eben optimierend an bestehenden Oberflächen herum. Effektiv ist das nicht, da sind wir uns wohl einig.

  6. @ch: Ja, da sind wir aber doch bei einem der Probleme in dieser Branche: Eingentlich will man groß im Web mitspielen, weil man ja Profi im Umgang mit Wissensressourcen ist (zweifellos) und immerhin mittlerweile erkannt hat, dass das Web wohl der wichtigste Weg beim Zugang zu Wissen ist (das war ja auch nicht immer so, ich erinnere mich an DGI Online Tagungen in den späten 1990er Jahren als man persönlichen beleidigt wurde, weil man sagte, die anwesenden „Informationsprofis“ sollten sich einfach mal mit dem Web beschäftigen, statt sich gegenseitig darin zu bestärken, dass das ja nur ein großer Misthaufen sei).
    Wenn man da aber aktiv mitspielen will, braucht man auch die notwendige Ausstattung für das Spiel. Sandkasten ohne Schippchen und Eimerchen führt zu unbefriedigenden Ergebnissen…
    Man wird keinen auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnittenen, schicken Katalog 2.0 mit Mobil-Frontend, der sich noch schön in alles andere integriert, als Fertigprodukt von der Stange bekommen.
    Bleiben zwei Möglichkeiten: Man spielt andere Spiele, jammert dann aber bitte nicht, dass man bei den großen Kindern nicht mitspielen kann, oder man geht die neuen Spiele ernsthaft an.

  7. Prinzipiell hast Du Recht. Aber ganz so einfach ist das nicht. Du bringst da zwei unterschiedliche Fraktionen zusammen. Diejenigen, die jammern, sind in der Regel nicht die, die für die Ausstattung verantwortlich sind. Gerade in großen Bibliotheken werden Entscheidungen über Server & Co in der EDV-Abteilung getroffen. Und dort ist „Sicherheit“ in der Regel eine heilige Kuh.

    Um innovativ sein zu können, braucht man allerdings einen Spielplatz, auf dem auch mal was schief gehen kann. In welcher Bibliothek gibt es denn so etwas? Welcher Bibliotheksleitung ist die Wichtigkeit eines Testbeds bewusst? Die muss nämlich davon überzeugt sein, sonst spielt die EDV nicht mit.

  8. till :

    Auf jeden Fall sinnvoller als “Optimier-Bastellösungen” an bestehenden Oberflächen…

    Das klingt natürlich gut, aber ich als Endanwender habe schon auf diversen GBV-Konferenzen von gaaaanz vielen tollen Sachen gehört, die „nur noch freigeschaltet werden müssen“. Beispiele

    • OUS-ILL-Kopplung (seit gefühlten 7 Jahren)
    • Zitierlink im Lokalsystem
    • RSS-Unterstützung im Lokalsystem

    Wenn wir gewartet hätten, wäre bei uns bis heute -nicht nur beim Thema RSS – nix passiert. Leider kommt man wohl manchmal nicht um die Bastellösungen herum…

    Sandkasten ohne Schippchen und Eimerchen führt zu unbefriedigenden Ergebnissen…

    Das war eine Anspielung? 😉
    Auf jeden Fall bin ich gespannt auf das neue/nächste Dickschiff

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