netbib weblog

Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Der große Sprung vorwärts: Netbib wird wirklich mobil

Vielleicht haben Sie es bereits gemerkt: Der nächste Trend ist bereits da! Neben dem semantischen Web/der semantischen Websuche, dem Freilassen von Daten (wer fängt sie wieder ein?!), dem Gaming, der Echtzeit-Kommunikation und der „augmented reality“ ist das mobile Web das nächste grosse Thema. Netbib ist da angeblich vorne mit dabei, die Inhalte auch auf Handys zu präsentieren.
netbib-CEO Stabenau ist das aber bei weitem nicht genug. Er sieht hier noch zuviele Einschränkungen, Abhängigkeiten auch vom Strom, der vielleicht einmal nicht mehr fließt und von Funk- und sonstigen Netzen, die vielleicht einmal nicht mehr angeboten werden. Doch was ist dann mit netbib? Visionär, wie Stabenau schon immer aufgestellt war, konzipiert er jetzt eine Distributionsform von netbib, die unabhängig von dem allem ist: Was die „Community“ nicht zu denken wagte, wird wahr: NETBIB WIRD ALS BUCH GEDRUCKT.

Freilich werden Sie einsehen, dass dazu enorme Anstrengungen vonnöten sind. Nicht nur, dass die Technik umgestellt werden muss, nein, auch die Distributionsform und -weise, die Produktion der Texte, muss völlig neu gedacht, konzipiert und umgesetzt werden. Ein Change Management Prozess, ein Innovationsprozess, wie ihn selbst Fachfrauen und -männer sich nicht vorzustellen vermögen!
Sie werden, liebe netbib-Leserinnen und -Leser, sicher doch Verständnis dafür haben, wenn netbib für ca. ein Jahr nicht mehr erscheint. Nicht nur, dass die Fragen der Technik und des Geschäftsganges zu klären sind, nein, solch ein Papiercontainer, B.U.C.H. genannt, will ja erst einmal gefüllt werden! Die „Community“ kennt ja solches zur Genüge von Umstellungen der Bibliothekssoftware oder auf RFID-Verbuchung, wenn ganze Häuser für Monate geschlossen werden … Und wenn wir den Content gleich so unter die Community streuen, wird das ja keine ganze Sache!

Übrigens ist Stabenau auch in Verhandlungen mit besonderen Providern, „Verleger“, genannt, die einen Teil des Geschäftsprozesses im Auftrag erledigen können. Das wäre dann recht günstig, weil man dann kein eigenes Distributionsnetz aufbauen muss, um die mobilen Geräte samt Content – alles garantiert Hardware, daher kein Systemabsturz! – an die Endnutzer auszuliefern.

Also: Nur eine kleine Weile, und schon können Sie für einen vergleichsweise geringen Preis Ihr neues mobiles Gerät, bis an den Rand gefüllt mit Fachbeiträgen verschiedenster Art, in der Hand, in der Tasche tragen und es lesen, wo auch immer Sie es wollen, ohne Strom, ohne Netz, ganz einfach so. Es wird robust sein, es wird nachhaltig sein, es wird ökologisch sein, es wird allen Modeworten entsprechen, die in nächster Zeit noch auftauchen, überstrapaziert werden und dann als lasche Hüllen dahinvegetieren. Klasse! Super! Cool!

Wie? Es ist Ihnen zu wenig 2.0? Auch daran wurde gedacht: Bibliotheken werden das Buch netbib kaufen. Auf dem Vorsatzblatt wird explizit aufgefordert werden, Randglossen und Kommentare ins Buch zu schreiben. Wollen wir doch einmal sehen, ob analoge Medien nicht auch wunderbar die Leser/innen mit einbeziehen können!

Sagen Sie selbst: netbib ist einfach genial. Trends konsequent zuende gedacht und umgesetzt! Sage nur noch einer, unser Berufsstand sei nicht innovativ!!

Als kleine Hilfe für die Erwerbungskatalogisierung:

netbib : Das Buch ; Der kurioese Bote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen ; Mit e. Vorw. von Klaus Graf „Warum diese Burschen an den Pranger gehören!“ / Edlef Stabenau [u.a. Mitarb.] – Stuttgart (Tiefenhausen) : Tanner, 2011. – 387 S. : graph. Darst. und Ill. (BibliotheksWesen) 978-3-8001-6914-9 ( Pp. : EUR 29.80 (DE))
Mit unterschiedlichen Randglossen in Bibliotheksausgaben.
Forts. d. elektron. Publ. ///log.netbib.de/ [Lüneburg ; Dortmund: 2001-2010]
Auch als Podcast von Christian Spließ im Dt. Hörbuchverl. erhältlich

4 Kommentare

  1. Das ist mal wieder typisch. Da wird eine Idee als fortschrittlich angezeigt, dabei meldet Tagesschau den wahren Grund für die Umstellung: Die letzte IP-Adresse nach IPv4 ist vergeben (http://www.tagesschau.de/ausland/internetabschaltung100.html), und bevor der Rootserver abgeschaltet wird muss der fortschrittliche Bibliothekar natürlich weiter versorgt werden. Zudem kommen nicht nur bald die e-mail Gebühren (http://www.email-porto.de/), sondern sicher auch erste Twitterentgelte. Das Projekt muss also finanziell auf sichere Beine gestellt werden.

  2. Pingback: Bibliothekarisch.de » Blog Archive » Aprilscherze in den Blogpostings der Kollegen

  3. Läuft das neue netbib eigentlich auch auf dem iPad?

  4. @Flusskiesel
    Vermutlich nicht, aber liegt auf dem iPad, wenn man will.