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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Verleger zur fatalen permanenten Revolution

Bedauerliche Aussage in einem interessanten Interview:

Im Netz ist alles möglich, jederzeit. Aber eine Schulung, eine Auswahl, Differenzierung und Vermittlung von Wissen findet nicht statt.

Komisch, ich dachte die ganze Zeit, dass es im Internet um Austausch der Einschätzung der Relevanz von Quellen geht, dass es Tutorials, Frage-Antwort-Dienste und vieles andere mehr gibt, welches eine Anleitung, eine Erschließung bietet. Aber das kann/muss man ja nicht sehen, wenn man die digitale Revolution postuliert, die die pure Überforderung – anthropologisch gesehen – darstellt. Wie gut doch, dass wir beim unübersehbaren Buchmarkt wenigstens die Verleger hatten, die uns vor dem Schlimmsten, einer Bücherschwemme, bewahrt haben. Das war doch gewiß den kleinen Obulus wert, den sie einbehalten haben!
Ironie beiseite: Dass es keine kritische Öffentlichkeit mehr geben soll, ist eine Frechheit! Öffentlichkeit hing zwar stets eng mit Zeitungen und Verlegern zusammen, kann aber keineswegs darauf reduziert werden. Öffentlichkeit findet beispielsweise auf Straßen statt (Demos!), auf Veranstaltungen und eben mittlerweile auch im Internet. Ein bisschen überfordernd natürlich, weil sich so viele mit so unterschiedlichen, auch wertenden Meinungsäußerungen einbringen, nichtsdestotrotz stellt dies eine Öffentlichkeit jenseits der Massenmedien und Verlage dar. [via Die Welt]

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