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Facebook-Kniff: Statusmeldungen und Fotos selektiv freigeben

Auf dem BibCamp in Hannover  gab es ja eine Session zu bibliothekarischen Angeboten auf Facebook, und in der Tat steigt die Anzahl von KollegInnen, NutzerInnen und Bibliotheksprofilen in diesem Netzwerk kontinuierlich – prominentes Beispiel zuletzt: die Stabi Berlin. Klar: Die Bedenken in Sachen Datenschutz gegenüber Facebook sind berechtigt, und Facebook-Austritte wegen umstrittener Datenschutz-Policies sind durchaus nachvollziehbar. Dafür, trotzdem zu bleiben gibt es jedoch einige Gründe: Pure Business-Netzwerke wie Xing sind einfach nicht aufregend genug,  ein Bibliotheksauftritt lässt  sich bei StudiVZ nicht wirklich gut realisieren, und gerade wer viele internationale Kontakte hat, kommt an Facebook meist ohnehin nicht vorbei.

Facebook -Status

Facebook -Status

Für die dann unausweichliche kombinierte berufliche und private Nutzung von Facebook gibt es aber ein paar praktische Kniffe, die eine recht ordentliche Trennung von unterschiedlichen Lebensbereichen ermöglichen.  Für Statusmeldungen, Fotoalben und anderen Content lässt sich nämlich selektiv bestimmen, wer aus dem Kreis der FreundInnen was zu sehen bekommt – indem man auf das „Schloss“-Symbol klickt und die Informationen benutzerdefiniert freigibt.

Besonders gut klappt das, wenn man zuvor Listen von FreundInnen angelegt hat. Diese – sehr empfehlenswerte – Klassifizierung von Facebook-Kontakten, beispielsweise in Listen wie „privat“ oder dienstlich“ lässt sich ganz einfach über die Funktion Konto > Freunde“ erledigen. Ist das getan, kann man jeglichen Content für die Mitglieder dieser Listen freigeben – wobei auch der Ein- oder Ausschluss einzelner Kontakte möglich ist.

9 Kommentare

  1. Die „Klassifizierung von Facebook-Kontakten“ finde ich herrlich. Muss ich demnächst tun. Bräuchten wir aber nicht hierfür eigentlich ein Klassifikationsschema, um den Freunde-Austausch (friend interoperability) zu fördern? Wenn schon, denn schon!

  2. Pingback: Bibliothekarisch.de » Blog Archive » Beiträge zum Bibcamp3 in Hannover [Update 10.05.10, 13:11 Uhr]

  3. Ich denke bereits darüber nach, einen entsprechenden Antrag für Integration dieser klassifikatorischen Metadaten in das FOAF-Exportschema von Facebook zu stellen 😉

  4. Pingback: Bibliothekarisch.de » Blog Archive » links for 2010-05-10

  5. Ja, bis vor Kurzem war das so, wie ihr hier beschreibt. Mittlerweile ist durch „facebook connections“ jede Statusmeldung öffentlich.

    Das bedeutet: Wenn ich schreibe „sitze gerade in der Bib und habe es geschafft, den Kaffee an den Bibliothekaren vorbeizuschmuggeln“ erscheint diese Meldung auf den Seiten: „sitze“, „gerade“, „in“, „der“, „Bib“, „und“, „habe“, „es“, „geschafft“, „den“, „Kaffee“, „an“, „den“, „Bibliothekaren“, „vorbeizuschmuggeln“. Denn: Seit Kurzem gibt es für fast jedes Wort eine sogenannte „community page“, die sich automatisch erstellt und von niemandem administriert wird. Man muss nicht Fan davon sein, trotzdem passiert es. Es gibt keine Einstellung, die das verhindern kann. Jede Statusmeldung ist auf diese Art und Weise öffentlich. Siehe bspw.:

    http://www.facebook.com/pages/Bibliothek/103108559729288
    http://www.facebook.com/pages/Saufen/373666346330
    http://www.facebook.com/pages/Wochenende/418460793997
    http://www.facebook.com/pages/Kaffee/106989525995871

    Facebook connections trifft derzeit noch nicht jeden Facebook-Nutzer. In Amerika wurden schon viele Profile umgestellt, in Deutschland etwas weniger. Aber es kommt für alle und man kann es nicht umgehen.

    Ich persönlich bin innerlich kurz vorm Austreten. Schade, Facebook hat einige Zeit Spaß gemacht. Man hatte die Illusion, man könne seinen Datenfluss steuern und festlegen, wer was von einem sieht. Dies ist definitiv nicht mehr der Fall.

    Weitere interessante Links zur Entwicklung der Privatsphäre auf FB:

    http://www.allfacebook.com/2010/04/facebook-users-not-happy-with-the-new-connected-profiles/
    http://www.readwriteweb.com/archives/facebooks_high_pressure_tactics_opt-in_or_else.php
    http://www.eff.org/deeplinks/2010/05/things-you-need-know-about-facebook
    http://www.readwriteweb.com/archives/what_happens_when_you_deactivate_your_facebook_acc.php
    http://mattmckeon.com/facebook-privacy/

  6. Hochinteressant. Dankeschön!

  7. hier sind die im laufe der zeit immer mehr gelockerten datenschutz-einstellungen visualisiert und somit sehr schön nachvollziehbar:
    http://mattmckeon.com/facebook-privacy/

  8. Pingback: Facebook Beziehungsstatus: „Es ist kompliziert“ « Hatori Kibble

  9. Einen treffenden Comic zur Datenschutzdebatte um Facebook gibts auch hier:

    http://xkcd.com/743/

    😀