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LEGO und erweiterte Realität

Die Älteren erinnern sich vielleicht: LEGO war eine der ersten Firmen, die Anfang/Mitte der 90er Jahre Informationen über ihre Produkte ins WWW stellten. Damals gab es nur NCSA Mosaic, Cello und bald darauf den Netscape Navigator zum Browsen. Diese ersten Browser stellte Grafiken direkt, ohne extra Klick,  dar. Es war üblich, auf der Mosaic-Startseite nachzuschauen, ob es schon wieder irgendwo auf der Welt eine neue WWW-Seite zu sehen gab, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, wir hatten ja nichts :-).

Die ersten LEGO-Seiten habe ich nicht mehr gefunden, aber auf der von 1996 kann man noch einen Eindruck bekommen, wie das Netz damals aussah.

Das LEGO ziemlich fortschrittlich beim Einsatz neuer Technologien ist, kann man jetzt auch bei der Verkausförderung  durch „Augmented Reality“ feststellen. In den LEGO-Shops besteht die Möglichkeit, die Schachtel mit den Bauteilen vor eine Kamera zu halten, die dann den Inhalt auf die reale Welt projiziert. Etwas schwer zu beschreiben, darum hier ein Filmchen aus dem Shop in Köln:

Ein weiteres beeindruckendes Beispiel hier

Was das mit Bibliotheken zu tun hat? Ich hatte das in den Beiträgen zum Thema Lokalisierung schon beschrieben, hier noch ein Beispiel für einen Layer zum Thema „Was gibt es für Wikipediaeinträge in meiner Nähe“, auf die Wirklichkeit projiziert neben der Nikolaikirche in Leipzig (das Museum der bildenden Künste) und ein Blick durch das Objektiv in Harburg mit dem Layer der Googlesuche nach „Bibliothek“.

Wikipedia-Layer

Wikipedia-Layer

Bibliothekssuche

Bibliothekssuche

Das Prinzip ist immer das Gleiche: Man schaut durch das Objektiv der Kamera und legt dann mit dem entsprechenden Programm (Layar, acrossair, o.a.) einen Layer, also eine Schablone für z.B. Bilder, Immobilien, Wikipediaeinträge, Tweets in der Nähe, Museen, Restaurants usw. über das Kamerabild. Wenn ein GPS bzw. ein Kompass eingebaut ist, kommt man sehr schnell an Informationen. Das funktioniert schon ganz prächtig. Ein Layer nur für Bibliotheken wird sich wohl nicht lohnen, da in den vorhandenen Apps recht einfach danach gesucht werden kann….Auch mit der Anwendung „Das Örtliche“ kommt man z.B. sehr schnell ans Ziel, vgl. die Screenshots dazu auf meinem Posterous.

Autor: Edlef Stabenau

Ich bin Bibliothekar

Ein Kommentar

  1. Augmented Reality ist wirklich stark im Kommen und daher ist es auch nicht verwunderlich, dass LEGO sich diesem Thema auch angenommen hat. Immerhin produziert der Spielzeugriese mittlerweile ja auch schon seit langer Zeit Computerspiele und Robotersteuerungen etc.