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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Das Ende von Vascoda, wie wir es kennen und nicht liebten

Wie lange ging es? Mehr als fünf Jahre? Jedenfalls wurde mit Macht und Suchmaschinentechnologie von FAST versucht, ein Metaportal für die Virtuellen Fachbibliotheken zu schaffen. Im neuesten Eintrag des Vascoda-Blogs wird wortreich das Aus beschrieben. Die zentrale Aussage ist am Ende des Artikels zu finden:

Daher muss vascoda als Rechercheportal kurz- bis mittelfristig abgelöst werden. Unter der bekannten Adresse www.vascoda.de werden wir dann voraussichtlich als zentrales Angebot das vascoda-Blog betreiben, ergänzt durch die Sammlungsbeschreibungen der bisherigen Fachzugänge und weitere Informationen rund um die Fachportale und die Mitgliedseinrichtungen. Eine Herausforderung wird hier sicherlich die Abgrenzung oder besser sinnvolle Verknüpfung zum sehr gut genutzten Informationsdienst Webis werden. Wann genau die vascoda-Suche eingestellt und die Umstellung erfolgen wird, dass ist noch nicht klar. Es wird aber noch in diesem Jahr sein.

Sprich: Es wird Webis sein, das schon vor Vascoda war (seit 1997 nachgewiesen), ein Weblog, das extern läuft und eine Linkliste, die auch schon vorher bestand und dann ratz-fatz durch die relativen Links von Vascoda abgelöst wurden.
Ausser Spesen … bleibt „die Koordination, strategische Unterstützung und das Marketing für die Vernetzung und den Wissensaustausch unter den beteiligten Fachportalen.“

Es wäre schön, wenn von anderen Projekten mehr bliebe als Spesen! Auch wenn Lotse immer wieder kritisiert wird, wäre es schade, wenn es einmal dasselbe Schicksal wie Vascoda erführe. Die Crux an bibliothekarischen Projekten ist wohl auch die Nachhaltigkeit: Wenn die Förderung durch die DFG wegfällt, wird es für die Institutionen, die den im Projekt entwickelten Dienst tragen, sehr eng. Aber das kann es doch nicht sein, oder? Dass Dienst um Dienst in Projekten entwickelt, auf Tagungen euphorisch vorgestellt und nach Projektende wieder versenkt wird. Deshalb mein Plädoyer gerade hinsichtlich Lotse: Es sollten sich möglichst viele Bibliotheken finden, die noch fehlende Fachbereiche und einen Teil der Kosten übernehmen, damit Lotse gepflegt, ausgebaut und weiterentwickelt werden kann. Kooperativ stemmt man vieles eher, als wenn es nur auf wenigen bzw. nur einer Schulter lastet. Sonst haben wir erneut einen Friedhof, in welchem man stille Trauer pflegen darf. Mehr aber auch nicht.