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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Interessantes zum Leistungsschutzrecht

Stefan Niggemeier berichtet recht ausführlich über eine Veranstaltung, die letzte Woche in Hamburg stattfand “Wer verdient mit welchem Recht?”. Natürlich geht es den Verlagen nicht darum, das Urheberrecht der Journalisten zu schützen, vielmehr möchten sie sich gerne ein Stück vom kleiner werdenden Kuchen der Werbeeinnahmen abschneiden. Ihnen gefällt nicht, das sich z.B. Suchmaschinen ungefragt ihrer hochklassigen Produkte bedienen. Natürlich könnten sie dafür sorgen, dass die Suchmaschinen die Inhalt nicht mehr indexieren, aber dann würden die Inhalte ja nicht mehr gefunden.

Da versucht man es erstmal wie das Hamburger Abendblatt: Auf der normalen Website wird der Benutzer zur Kasse gebeten, wenn er einen Artikel lesen möchte, surft man aber mobil vorbei, ist der Artikel kostenlos zu lesen.

Die Wissenschaftsverlage haben es da natürlich einfacher. Da Bibliotheken oft mehr oder weniger gezwungen sind, bestimmte Publikationen zu beziehen, da sie für die Forschung benötigt werden, ist es seit langer Zeit Sitte, die Preise teilweise schamlos zu erhöhen. In dem fiktiven Briefwechsel

Die Zeitschriftenkrise
Ein Briefwechsel zwischen zwei wissenschaftlichen Verlegern,
ans Tageslicht befördert und bearbeitet von Klaus Franken.
Konstanz, im Dezember 2003

ist das sehr schön beschrieben:

Sie fragten mich, warum wir so teure Zeitschriften verkaufen können und wie hoch die Kosten für die Werbung dafür sind. Ich will das auf einen kurzen Nenner bringen:
Man kann Zeitschriften solange teuer verkaufen, wie man Käufer findet, die den geforderten Preis zahlen. Das ist ein ehernes Marktgesetz und gilt für Kartoffeln genauso.

Für die Zeitungsverleger ist das natürlich keine Lösung, also möchten sie lieber „subventioniert“ werden, wobei sie das natürlich anders nennen:

Nein, “Subvention” ist das ganz falsche Wort, sagt Springer-Lobbyist Christoph Keese; Subventionen wollen die Verlage nicht, Subventionen sind Geld vom Staat. Aber hier kommt das Geld ja von den Bürgern. Der Staat soll nur die Rechtsgrundlage dafür schaffen.

schreibt Niggemeier.

Autor: Edlef Stabenau

Ich bin Bibliothekar

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