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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Bücherverfolgung

Wo reisen denn die ausgeliehenen Bücher alle hin? Die Stadtteilbibliothek Kücknitz der Stadtbibliothek Lübeck versucht das zu verfolgen. "Bibliotheksmelder" nennt sich die Aktion, bei der Zettel den Büchern beigelegt werden, auf denen notiert werden kann, wo sie waren. In der Bibliothek werden die Orte dann auf einer Weltkarte dokumentiert. [via Lübecker Stadtzeitung]

5 Kommentare

  1. Und wozu soll das gut sein?

  2. ‚Bewegungsmelder‘ nennt sich die Aktion und beruht auf einer Anregung der Stadtbibliothek Brandenburg, welche im vergangenen Sommer diese Aktion für ihre Nutzer durchgeführt hat.

    Auf den beigelegten ‚Bewegungsmeldern‘ soll nicht nur notiert werden wo die Bücher waren, sondern es können (und sollen!) auch Tickets o.ä. aus dem Urlaubsort aufgeklebt werden.

    Wer weiß, vielleicht dient schließlich die eine oder andere Idee jemandem als Anregung für seinen nächsten Urlaub. Dafür zumindest kann die Aktion gut sein.

  3. @Rainer: Selbstvergewisserung einer Community? Imagepflege einer Stadtteilbibliothek? Wissensmanagement einer kleinen Bibliothek? – Egal: Mit der Frage „Wozu soll das gut sein?“ kann man alles erledigen, das Tun eines Menschen, einer Institution, der Menschheit. Alles ist eitel. 😉

  4. Alles ist eitel? Nein, viel ist leider hohl!
    Die Frage, wozu etwas gut sein soll, halte ich nicht nur für legitim, sondern sogar für notwendig – und wenn sie etwas „erledigt“, dann war es auch zu nichts gut.
    Inwiefern es z.B. zur Imagepflege einer Bibliothek beitragen könnte, auf welche Reisen ausgeliehene Bücher mitgenommen werden, erschließt sich mir nicht.
    Es tut mir leid, aber ich kann Deine Antwort nicht anders verstehen, als dass Du eigentlich auch keine hast.

  5. Nein, ganz so ist es nicht. Ich denke, dass vieles davon abhängt, ob Menschen sich dafür begeistern oder nicht. Bei dieser Meldung habe ich ein konkrete eigene Erfahrung im Hinterkopf gehabt: In meiner Bibliothek kamen in der Sommerpause zwei Bücher per Post zurück, das eine aus der Türkei, das andere aus Chile. Eine meiner Aufsichten interessierte sich dafür und fragte ab da jeweils nach, wo denn das Buch alles herumgereist war und erzählte von anderen, wo die waren. Dieses Interesse führte dazu, dass ein Jahr später so etwas wie ein kleiner Wettbewerb entstand, welches Buch denn am weitesten gereist sei (es war, glaube ich, Neuseeland). Damals sprach noch niemand von Visualisierung und so wurde das per Mundpropaganda weitergegeben, statt auf einer Karte dokumentiert.
    Ob das jetzt hohl ist oder nicht, hängt von der Motivation ab. Jemand kanne es hohl finden (aktuelles Beispiel:), wenn 22 Männeken hinter einem Ball herrennen und Milliarden sich drum kümmern, jemand kann sich aber auch dafür begeistern und dann ist es etwas anderes. Um wieder auf Bibliotheken zurückzukommen: Oft hängt es von dem Interesse und der Motivation ab, ob etwas mit Leben gefüllt wird, ankommt, einen Sinn macht.
    Von daher glaube ich nicht, dass die Frage „Wozu soll das gut sein?“ etwas generell „erledigen“ kann. Klar sollte man – insbesondere unter den Rahmenbedingungen knapper Mittel und Zeit – fragen, wozu etwas gut ist. Wenn aber Motivation dahintersteckt, werden weniger angebrachte Dinge mit Leben erfüllt.
    Wenn die Aktion für die Benutzer einen Sinn macht, macht die Bibliothek von sich reden, das verstehe ich unter Imagepflege. Es kann aber genauso sein, dass im dritten Jahr das Interesse nicht mehr besteht, dann kann man es lassen. Ohne die Gegebenheiten zu kennen, kann ich nicht beurteilen, wie es genau umgesetzt wird. Ich kann es aber aus der Ferne nicht „erledigen“.
    Ich hoffe, es ist ein wenig klarer geworden, was für mich dahinterstand.