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Vernetzung durch gemeinsame Software?

Kanal 8 meldet eine kommunalpolitische Debatte in Chemnitz, dass kleinere Bibliotheken (beispielsweise von Schulen und Museen) mittels einer gemeinsamen Software mit der Stadtbibliothek vernetzt werden und somit gespart werden könne – durch Vermeidung der Beschaffung von Doppelexemplaren und Transparenz der verfügbaren Literatur für die Leser/innen. Ob das wirklich lohnt? Denn erst einmal muss Aufwand betrieben werden, nicht nur durch die Beschaffung der Software, sondern auch durch die Einarbeitung der Bestände in das gemeinsame System. Und ob die Ausrichtung von Spezial- und Öffentlichen Bibliotheken so in Eins zu bekommen sind, ist auch fraglich. Eine dezernatsübergreifende Arbeitsgruppe wird jetzt erst einmal die Problematik beraten.

2 Kommentare

  1. Kommunale Vernetzung lohnt sich meiner Meinung nach. Beispiele gibt es z.B. in Hildesheim (http://www.hildesheim.de/staticsite/staticsite.php?menuid=449&topmenu=435&keepmenu=inactive)oder in Frechen (http://www.stadt-frechen.de/bibliothek_bibliotheken.php). Allerdings spart man nicht durch Doppelexemplare, denn die Aufgaben sind unterschiedlich, sondern durch die Software und die Zusammenarbeit. Der Effekt kommt aber erst mit den Jahren. Der Kundentraum ist dann mit einer Karte überall ausleihen zu können, wie in Hannover das wohl möglich ist. Möglich ist das, wenn alle Beteiligten es wollen.

  2. @biblioreader
    Kommunale Vernetzung ist ein feine Sache. Auf der anderen Seite ist dies aber nicht zwangsläufig an die Verwendung gleiche Software gekoppelt. Die Vernetzung sollte auch nicht überbewertet werden. Sie liegt meiner Erfahrung nach mehr im Interesse der Öffentlichen Bibliotheken als im Interesse der Schulbibliotheken. Wichtige Interessen der Schulen bleiben dagegen leicht auf der Strecke. Software, die speziell für Schulen entwickelt wurde, ist i.d.R. einfacher zu bedienen, insbesondere von den in Schulen in aller Regel anzutreffenden bibliothekarischen Laien. Sie enthält darüber hinaus viele Funktionen, die eben nur in Schulen benötigt werden. Und da spezielle Schulbibliothekssoftware oft sehr günstig ist, dürfte der Beweis der Kostenersparnis durch die Verwendung einheitlicher Software nicht leicht zu erbringen sein.