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Buch oder eBook?

Max Ackermann erinnerte mich gestern (Danke!) an eine gelungene Werbung des MacMillan-Verlages für das Buch von Lane Smith It’s a Book.

Natürlich ist das Buch auch in einer elektronischen Version verfügbar, die zudem 3 $ weniger kostet…

Autor: Edlef Stabenau

Ich bin Bibliothekar

Ein Kommentar

  1. Der Spot ist super und bringt wirklich viele – aber eben auch nicht alle wesentlichen – Aspekte des direkten Vergleichs „elektronisch vs. physisch“ bei Büchern auf den Punkt. Was natürlich 😉 fehlt ist die Übervorteilung des Endnutzers durch den korrespondierenden Sprung des „physischen“ Besitzes zur „virtuellen“ Lizensierung. Der Nutzer kauft, besitzt aber kein physisches Buch mehr, sondern eben nur noch eine die Nutzung einschränkende Lizenz.

    Bei einem Gut, dessen reine Vervielfältigungskosten – auch für die Verlage (und nicht nur den potentiellen Raubkopierer) – asymptotisch Null sind, und dessen Nutzbarkeit lizenzrechtlich derart eingeschränkt wurde sowie der „Käufer“ – in der Regel – schließlich mit DRM zusätzlich gegängelt wird, muss sich bei all diesen Verschlechterungen der Sprung vom „physischen“ zum „virtuellen“ auch im Preis widerspiegeln.

    Bezeichnend bei der Shop-Seite von MacMillan ist der IMHO geringe Preisnachlass für das E-Book und das vollständige Fehlen von Informationen, was man sich denn mit dem E-Book überhaupt einhandeln wird. Ich habe vergeblich Informationen zu DRM(freiheit), Adobe Digital Editions, Lizenzen, der (fehlenden) Nutzungsmöglichkeit unter Linux usw. ausgehend von der Verlagsseite gesucht… Implizit geht der Verlag dem Anschein nach davon aus, dass der potentielle Käufer über DRM/Adobe DE als „Standard“ der Käuferdrangsalierung weiss und dies willig akzeptiert.

    Zum Vergleich: Peter Mayr hatte vor zwei Wochen von der neuen ePub-Ausgabe der Zeit berichtet. Das Jahresprintabo kostet 169 EUR, ein Jahr E-Paper-Ausgabe – als PDF und ePub sowie ohne DRM – kostet 60 EUR. Es geht also…