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PaperC-Links in den Katalog aufnehmen?

PaperC ist dieses Startup, wo man sich Bücher von verschiedenen Verlagen kostenlos ansehen kann (neuerdings z.T. mit Zeitlimit bei bestimmten Verlagen). Die eBooks, die man sich dort ansehen kann, haben permanente URLs, so dass es sich anbieten könnte, die entsprechenden Titel in den Katalogen aufzunehmen und mit PaperC zu verknüpfen.
Die Württembergische Landesbibliothek (WLB) Stuttgart meldet nun in ihrem aktuellen Newsletter, dass sie dies bei Büchern macht, die sie in ihrem Bestand hat und deren elektronisches Pendant bei PaperC zugänglich ist.

17 Kommentare

  1. Erfreuliche Nachricht aus Stuttgart. Es wundert mich, dass nur wenige dt. Bibliotheken Interesse hier zeigen; das ist zumindest mein Eindruck.

  2. Das verstehe ich jetzt nicht. Was hindert die LaBi daran, das Gesamtangebot von PaperC anzubieten, wie dies der KUG schon seit Monaten macht? ///log.netbib.de/archives/2010/03/02/paperc-nach-3-minuten-kug/

    by the way, ist das der Newsletter für den man 30 Euro Jahresgebühr an die LaBi abdrücken soll?

  3. Nun, das liegt sicher daran, dass die meisten Bibliotheken die API von PaperC nutzen, um diese Bestände zu erschließen.
    Darüber finden sich dann aber nur Titel, deren Metadaten sowieso im eigenen Bestand vorhanden sind.
    Interessanter ist aber natürlich die Möglichkeit, alle Metadaten von PaperC einfach mitzuindexieren und so den Nutzern gerade auch die Titel anzubieten, die noch nicht im eigenen Bestand vorhanden sind…

  4. Die API hat einen entscheidenden Nachteil, da sie, wie Martin korrekt erwähnt, nur zu bereits im Print-Bestand vorhandenen Titel die entsprechenden PaperC-Titel ermittelt. PaperC hat jedoch ca. 8000 Titel online zur Verfügung, die durch eine Offline-Einspielung der Metadaten als CSV viel umfassender dem Nutzer zur Verfügung gestellt werden können.
    Beispiele gibt es neben KUG (als API ) genug (http://tinyurl.com/34bhtb8).

  5. Das ist doch genau die Frage: Warum macht man es nicht einfach?
    Gelegentlich kommen hier solche ulkigen Begründungen wie „PaperC ist ohnehin ein tot geborenes Kind“ oder so ähnlich – mein Favorit „Sorry, aber seit Frühjahr 2009 geistert „paperc“ durch die Medien. Kann es vielleicht sein, dass hier immer noch versucht wird, ein totes Pferd zu reiten?“

  6. Für öffentliche Büchereien ist der Gesamtbestand von PaperC wohl doch zu wissenschaftlich ausgerichtet. Hier wäre dann zunächst zu klären, welche Titel „ÖB-relevant“ sind.

  7. Yep, und für eine Schulbibliothek wäre es auch übertrieben, aber die Württembergische Landesbibliothek müsste da nicht so rumeiern.
    Mit librarymistress bin ich aber der Auffassung, dass sich ein Besuch der LaBi schon wegen der Maultaschen mit Kartoffelsalat in der Cafeteria lohnt. Die vielen Juristen aus dem benachbarten Landgericht bzw. OLG muß man natürlich an den Nachbartischen ertragen 🙂

  8. @Klaus-Jürgen Sommerschuh

    Was macht denn ein ÖB-Nutzer auf dem Lande, der sich für wissenschaftliche Literatur interessiert? Muss er dann in die jeweilige Landeshauptstadt fahren, um sich zu informieren oder zumindest den Katalog der LaBi benutzen?

    Ich sehe keinen inhaltlichen Grund, wissenschaftliche Literatur nicht in ÖB-Kataloge aufzunehmen. Wenn man nicht nach Werk X sucht, findet man es schließlich nicht. Und am Festplattenplatz sollte es heutzutage auch nicht scheitern.

  9. Was ist mit der Sacherschließung? Überflüssig bei eBooks?

  10. Auswertungen der Suchanfragen in unserem Zentralkatalog der öffentlichen Büchereien Schleswig-Holsteins (http://89.246.132.140/opac/index.S) haben gezeigt, dass überwiegend nach „ÖB-relevanter“ Literatur gesucht wird. Wird ein Kunde dort nicht fündig, kann er direkt über die Fernleihe der „Leihverkehrs- und Ergänzungsbibliothek (LEB)“ seine Titel- oder Themenwünsche absetzen. Die Medien werden in seine Bücherei vor Ort geliefert. Eine Suche im Verbundkatalog der wissenschaftlichen Bibliotheken (GBV) inkl. der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek bleibt ihm darüber hinaus natürlich unbenommen.
    Der Nachweis „wb- und öb-relevanter“ Titel berührt m.E. die Themen Relevanz und Regionalitätsprinzip. Das Zusammenwürfeln unterschiedlicher Datenbestände verwässert m.E. das Profil des Katalogs und erschwert damit dem Kunden die Auswahl.

  11. und notfalls bleibt der Worldcat, der bedauerlicherweise eBooks garnicht vorgesehen hat, wenn ich das richtig sehe

  12. @Klaus-Jürgen Sommerschuh
    Das könnte auch daran liegen, dass bislang niemand erwartet, dass dort wissenschaftliche Literatur verzeichnet wird. Solange keine oder kaum Kosten für die Literatur entstehen, wie das bei PaperC oder natürlich auch bei Open-Access-Publikationen der Fall ist, ist das m.E. kein Argument gegen die Erfassung solcher Literatur in ÖB-Katalogen.

    Zur „Verwässerung“ nochmal mein Einwand von oben: es ist ja nicht so, dass sich Nutzer aus dem Heuhaufen Gesamtangebot mühsam etwas herausfischen müssen. Wenn ich nach Harry Potter suche, bekomme ich auch Harry Potter. Das Argument klingt mir – zynisch überspitzt – ein bißchen danach, dass es doch viel einfacher wäre, wenn wir nur noch Erdbeerjoghurt in den Supermärkten hätten. Das erleichtert die Auswahl auch. ;o)

    @Susanne Drauz
    Ich weiß jetzt nicht genau, worauf sich der Einwand mit der Sacherschließung bezieht, aber z.B. OA-Literatur und andere elektronische Dokumente sind meistens sehr gut erschlossen. Ein gutes Beispiel sind die elektronischen Dissertationen, die über die VZG in vielen Katalogen landen.

    Wenn jetzt PaperC importtaugliche Metadaten anbietet/anböte, spricht viel für und wenig gegen einen Import. Über Relevanz von Werken für die Nutzer einer Bibliothek zu urteilen steht Bibliothekswesen nicht zu.

  13. Die Metadaten von PaperC sind eher rudimentär. ISBN, Titel, URL. Das wars.

    http://paperc.de/documents/export.csv

  14. Darauf bezog sich der Einwand mit der Sacherschließung… Ich kann mir doch die PaperC-Daten nicht schöner reden als sie sind und Sacherschließung ist eine der ganz großen Positionen auf dem Wunschzettel, den PaperC für seine Nutzer anbietet.

    Ich suche übrigens immer in den selben Datenquellen, egal ob ich gerade auf dem Land oder in der Stadt bin – ob man die von mir gesuchte juristische Literatur als wissenschaftliche Literatur einordnen kann, ist selbstverständlich eine andere und hochstreitige Frage. 😉

  15. Wir sind gerade dabei, die verfügbare Metadatenqualität zusammen mit PaperC etwas zu verbessern. Das Ergebnis ist schon ganz ordentlich.
    Wir haben gerade ca. 7500 Titel importiert.
    http://suche.suub.uni-bremen.de/peid=PC9780596515591&Exemplar=1&LAN=DE

  16. Ich habe jetzt mal nach „Holtzbrinck“ gesucht und erwartungsgemäß die Studie über Georg v.H. gefunden, die es bei PaperC gibt. Sind die Daten so übernommen? Schade, dass die Kurzbeschreibung nicht dabei ist.

  17. Pingback: The Gatekeeper is Dead! Long live the Gatekeeper! » Infobib