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Umfrage: Gute Arbeit in Bibliotheken

Derzeit wird nochmal geworben für die ver.di-Umfrage, auf die infobib schon Anfang Dezember hingewiesen hatte. Im Artikel wurde die Kritik geäußert, dass zwar versprochen wird, das zu anonymisieren, die Umfrage aber nicht anonym ist. – Für mich genügt schon der Titel: Es ist ja hoffentlich so, dass in Bibliotheken gute Arbeit geleistet wird. das aber schon programmatisch in den Titel zu stellen, zeugt nicht gerade von methodischer Stringenz. Außerdem ist es doch wohl so, dass eine Evaluation tunlichst von außen geschehen sollte, sprich: von Trägern und Nutzern! Dass ich mir als Berufsstand bestätige, dass ich tolle Arbeit abliefere, fällt bei mir unter Imagepflege und PR, nicht unter Umfrage.

2 Kommentare

  1. Soweit ich die Umfrage verstanden habe, geht es dabei um die Arbeitsbedingungen der Kollegen, nicht um die Qualität der Dienstleistung. Das sind zwar im Ergebnis keine getrennten Welten, da die Arbeitsbedingungen immer auch die Qualität der Arbeit beeinflussen, aber es ist eine durchaus berechtigte Frage, besonders in Zeiten, da Arbeit in der öffentlichen Diskussion immer öfter auf haben oder nicht haben reduziert wird.

  2. Manchmal lohnt die Zeit, vor dem Urteil mehr als die Überschrift zu lesen.
    Der Titel „Gute Arbeit in Bibliotheken“ verweist auf ein statistisches Messinstrument, den Index ‚Gute Arbeit‘. Hierbei handelt es sich um standardisiertes Messverfahren, dass die Arbeitssituation aus Sicht der Beschäftigten ermittelt. Ab 80 Index Punkten spricht der DGB von „Guter Arbeit“. Der Titel impliziert daher keine Wertung, sondern verweist auf das Messinstrument (Gute Arbeit-Index) und die Grundgesamtheit (Bibliotheken).
    Wird im Übrigen alles in der Einleitung des Fragebogens erklärt.

    Darüber hinaus wurden die Daten tatsächlich anonymisiert erhoben und werden auch nicht weiter verwendet. Das hat allein schon damit zu tun, dass die Ergebnisse vom DGB-Gute-Arbeit-Index-Team erhoben wurden und die geben die Daten nicht weiter, auch nicht an ver.di.
    Des Weiteren sollten anstatt der Behauptung im vorherigen Artikel nur die ersten beiden zwei Ziffern der PLZ angegeben werden (steht explizit so im Fragebogen), was keine Schlüsse auf einzelne Betriebe zulässt.

    Die Ergebnisse sind im Übrigen mittlerweile veröffentlicht – https://biwifo.verdi.de/abd/gute-arbeit

    Resultat: Die Arbeitssituation in Bibliotheken beurteilen die Beschäftigten alles andere als „gut“. Sie ist nicht einmal mittelmäßig und noch schlechter als jene im gesamten Durchschnitt der Dienstleistungsbranche. – Soviel zur Imagepflege und PR des Berufsstandes liebe/r jplie. –

    Ich bin selber ver.di Mitglied und engagiere mich gewerkschaftlich. Zudem arbeite in einer Bibliothek und bin sehr dankbar, dass ver.di diese Umfrage gemacht hat. Endlich fragt mich mal jemand, wie ich meine Arbeitssituation empfinde. Sonntagsöffnungszeiten, 24h-Bibliotheken und das alles bei anhaltenden Stellenkürzungen – alles für die Nutzer, aber die Beschäftigten fragte bisher keiner. Nun bin ich gespannt, was auf die Umfrage folgt.

    Herzliche Grüße von der Ausleihstelle