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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Der Niedergang ist unaufhaltsam

Atomkraftwerke werden inkontinent, Multitasking macht vergesslich und die Kinder lesen nicht mehr. Letzteres war vor kurzem in der FAZ zu lesen. Mit mühsamen Leseförderungsprogrammen muss man Kinder an die Literalität heranführen und dann – so weiß man doch, verlieren Bibliotheken viele (vier Fünftel?) jener, die als Kinder und Jugendliche zur Kundschaft zählten. Die sind dann wenigstens alphabetisiert und können Multitasking betreiben, mit den bekannten Folgen. [vgl. taz-Artikel] Noch ein bisschen Weltuntergangs-/Kulturuntergangsgejammere gefällig? Die Leute suchen nur noch mit Google und die elektronischen Medien machen Bücher überflüssig. Lassen wir das, lesen Sie gefälligst Murphys Law, wenn Sie mehr Pessimismus benötigen!
Der oben angesprochene FAZ-Artikel, auf den mich eine Freundin aufmerksam machte, endet so:

„Für die meisten sei die Bibliothek ein stiller Platz, wo sie arbeiten oder das Internet nutzen könnten. Damit ginge die Phantasie von Louis-Sébastien Mercier vorzeitig in Erfüllung. In seinem 1771 veröffentlichten Zukunftsroman, „L’an 2440“, besucht der Schriftsteller eine königliche Bibliothek, die aus einem kleines Kabinett mit wenigen Bänden besteht. Vom Bibliothekar des 25. Jahrhunderts erfährt Mercier, dass der Bestand auf das Wesentliche reduziert worden sei.“

„Das Wesentliche“. Die Freundin fragte: „Der Bibliothekar des 25. Jahrhunderts, zensiert der im stillen Kämmerlein?!“ Solange er nicht zuviel Multitasking macht, wird schon das Richtige bei herauskommen. Auch so eine These …

Disclaimer: Der Autor betreibt begeistert seit Jahren Mulitasking und deswegen diesen tendenziösen Artikel geschrieben. Worum es darin ging, weiß er nicht mehr so ganz …

Ein Kommentar

  1. Mulitasking (letzter Absatz), das ist vermutlich die Kunst, so viele Pflichten zu übernehmen wie ein Packesel …