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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Just say NO to VDM

Wir hatten ja vor längerer Zeit schon über die Geschäftspraktiken des VDM (Verlag Dr. Müller) geschrieben, jetzt berichtet die taz unter dem gelungenen Titel Verlagswesen 2.0: Schröpfen on demand über die Praktiken, mit denen der Verlag mit Wikipedia-Artikeln Geld macht.

Ziemlich frech:

VDM-Chef Wolfgang Philipp Müller kommentiert einen Beitrag in einem Blog über Plagiate: „Wenn öffentliche Bibliotheken Steuergelder für Content verschwenden, den sie kostenfrei downloaden können, finde ich das peinlich.“

Es lohnt sich, den Artikel in der taz mal durchzulesen und dem Beispiel des Kollegen zu folgen:

Selbst Bibliotheken fallen auf den unseligen Wikipedia-Spam in Buchform herein. Der Leiter einer Fachbibliothek der Universität Erlangen-Nürnberg, Jens Hofmann, betont: „Bücher, die im VDM oder auch im Grin-Verlag verlegt werden, bestelle ich grundsätzlich nicht.“

Autor: Edlef Stabenau

Ich bin Bibliothekar

7 Kommentare

  1. Der zum VDM gehörende Verlag „Betascript publications“ gehört hier unbedingt erwähnt. Amazon ist voll davon (laut Wikipedia 1/35 des Angebots von immer den gleichen drei Herausgebern) und leider kommt die Community nicht nach mit dem schreiben von schlechten Rezensionen.

    Auch ich bin denen auf den Leim gekrochen. (Der Leimung des Buchrückens stand dazu in keinem Verhältnis!)
    Und nie wieder werde ich etwas von diesen Zusammenpappverlagen kaufen. Das „Buch“ habe ich auch nie katalogisiert. Das wandert direkt auf den Müll.

  2. Es wird nicht richtiger, wenn man Dummes wiederholt. Wo und unter welchen Umständen Wissenschaft publiziert wird, sagt letztlich nicht das Geringste über die Qualität dieser Wissenschaft aus.

  3. In H. 4(2012) von B.I.T.online wurde diese Art von Literatur beschrieben: Vom Umgang mit „schlechten Büchern“ aus bibliothekarischer Sicht – Viel Spreu, wenig Weizen / Johannes Mangei.

  4. Kann mir jemand den Mangei-Beitrag mailen? Danke.