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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Einfach den Kommunen den Schwarzen Peter zuschieben

Ich rätsele noch ein wenig an diesem ungaren Zeit-Artikel herum, der sich mit einer „öffentlichen digitalen Bibliothek“ beschäftigt. Man scheint hier der Onleihe auf den Leim gegangen zu sein, einem – wie wir letzt auch aus diesem Blog erfahren durften – „neuen, modernen“ Service. Jedenfalls sind es laut Onleihe und nach der Zeit nicht die Verlagspolitik und das daraus resultierende Digital Rights Management (DRM), die eine wirklich moderne Nutzung der angebotenen Medien verhindern (wie man hört, gibt es Unvereinbarkeiten MP3-Playern, der von Nutzern bevorzugen Nutzungsart von Audiobooks), sondern es sind „vor allem die Kommunen“, die eine zeitgemäße Nutzung von eBooks hindern. Man fordert also eine „Nationallizenz“ für eBooks, die den unzeitgemäßen Mehrfachkauf von eBooks verhindern würde.
Mittelhalbschräg daneben, würde ich sagen, denn die wahren Probleme werden gar nicht benannt, beispielsweise dass die Onleihe nur einen Teil des Marktsegments abdeckt, dass die Bibliotheken aufgrund allgemeiner Marktentwicklungen ihre Funkion als Vermittler von Literatur und Medien verlieren können (Stichworte: Endnutzerfähigkeit von Providern wie Amazon, Flatrate für die Nutzung von Medien). Auch der nette Vergleich mit der Bereitstellung von Digitalisaten der Nationalbibliotheken im Artikel hilft da herzlich wenig! Insofern: Wenig brauchbarer Artikel zur Problematik, der – nebenbei – ungesagt den Föderalismus kritisiert.

2 Kommentare

  1. Föderalismuskritik ist doch eigentlich etwas feines

  2. Die Onleihe ist doch eines der typischen Beispiele für den unzeitgemäßen Mehrfachkauf von eBooks 😉