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Tracking: Die Facebook-Angelegenheit ist nur die Spitze des Eisbergs

Wir hatten ja auf die Angelegenheit Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein vs. Facebook hingewiesen und Sie werden auch mittlerweile jede Menge darüber gelesen haben, vor allem unterschiedliche Einschätzungen bis hin zu einem Innenminister, der meint, mit dem Versprechen Facebooks, irgendwann eine Selbstverpflichtung einzugehen, sei die rechtliche Angelegenheit doch erledigt. Interessant fand ich auch, dass Facebook sich bei den Vorwürfen der Datenschützer sich einfach totstellte, aber ganz schnell bei der Hand war, als heise.de eine Möglichkeit vorstellte, den Link-Button, um den es sich teilweise handelt, datenschutzrechtlich zu entschärfen. Edlef hat dies ja auch hier in netbib gleich eingebaut.
Aber ganz allgemein: Mir ist die Diskussion zu sehr auf Facebook beschränkt. Wer alles verfolgt, was Sie sich mit Hilfe eines Browsers ansehen. Schauen Sie einmal hier:

Ghostery's Findings Für den Chrome-Browser (für den Firefox gibt es sicher Entsprechendes) gibt es eine Extension namens Ghostery, die anzeigt, wer gerade mitliest. Die Liste hier links wird erstellt, wenn ich mit dem Cursor auf einer Musikseite auf eine bestimmte Werbung komme. Das sind alles Dienste, die die Information abschöpfen, dass ich (bzw. meine IP-Adresse) das angesehen habe und die sicher ganz unterschiedliche Dinge damit machen. Google beispielsweise kann mir, da ich angemeldet bin, gezielter Kontextwerbung zukommen lassen, sowohl auf Webseiten, auf die ich komme, die mit Google-Werbung bestückt sind als auch bei GoogleMail, das ich verwende. – Bei anderen Seiten ist die Liste meist kürzer, aber es sind selten weniger als 3 Nennungen.
Was bedeutet das? Es ist nicht nur Facebook, es ist die ganze Werbesauce, die Informationen darüber haben möchte, was ich anschaue, was ich suche, um mir möglichst angemessene Kontextwerbung bieten zu können. Eine gute Dienstleistung, nicht wahr? 😉
Jedenfalls: Wenn ich das nicht möchte, muss ich eben handeln. Da wären:

  • bei den Einstellungen des Browsers festlegen, Cookies entweder nicht zuzulassen oder beim Schließen des Browsers entfernen zu lassen
  • Browser-AddOns wie Adblock Plus, Ghostery oder andere verwenden, um Skripte zu blocken
  • man kann auch den Browser in einer Sandbox laufen lassen (beispielsweise mit dem Programm Sandboxie), dann wird automatisch alles „gewaschen“, wenn man ihn schließt

Das sind nur ein paar Strategien, mit dem Problem des Trackings umzugehen. Eines weiß ich jedenfalls: Der „Like“-Button von Facebook ist nur die Spitze eines Eisberges, und Datenschützer, die alles rechtskonform machen möchten, hätten viel zu tun …

2 Kommentare

  1. Die Liste hier links wird erstellt,…

    Ich sehe hier links keine Liste, leider..aha, interessant: Chrome und Opera stellen das Bild dar, FF bei mir nicht..

  2. Unter bestimmten Voraussetzungen soll Google Analytics datenschutzrechtlich o.k. sein, meldet Caschys Weblog.