netbib weblog

Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Gekonntes Wording in Genthin

„modern“, „statt zu suchen – mit einem Mausklick“, „Zauberwort“, „Attraktivität“, „Zauberwort“, „mit der Zeit gehen“, „vernetzt“, „unkomplizierte Herangehensweise“, „Schritt in die richtige Richtung“, „modern“, „auch für junge Menschen attraktiv“, „großer Schritt“, „von jedem Ort zu jeder Zeit“, „Angebot umfangreich“, „leichte Handhabe“, „Handhabe kinderleicht“, „man wählt einfach“, „nur noch der gewünschte Artikel in den Warenkorb geschoben“, „nichts weiter tun, als sich bei der Bibliothek anzumelden“.
Ein wahrer Baukasten an griffigen Begriffen. Hoffentlich verhickst sich dann das Abspielgerät nicht beim DRM oder bei der Kompatibilität …
[via Volksstimme.de]

10 Kommentare

  1. Wie schade, dass dieses netbib-Ding keine Volltextsuche hat, sonst könnte man sehen, dass Genthin eine eigene Rubrik verdient hätte – etwa als Untergruppe zu „zum Wochenende“.

    Müsste der Titel dieses Blogeintrages nicht lauten: „Genthin macht es vor – OPAC, was soll das – Onleihe, se näxt dschänderäischen for moddern leihbräries“? Das ist der Zustand in Genthin, webOPAc ist nicht und braucht man auch wohl nicht, wenn man stattdessen den Quantensprung wagt und einfach gleich die Onleihe einführt? So kann man die Bedeutungslosigkeit des tatsächlichen Bibliotheksbestandes herausstreichen.
    Und wenn mir jetzt noch jemand erklärt, wozu man für Bastel-, Näh- und Rommé-Kurse eine Dipl.Bibl. braucht, dann verstehe ich auch die topmoderne Bibliotheksarbeit in Genthin http://www.bibliothek-genthin.de/veranstaltungen/index.php
    Aber wahrscheinlich wird Genthin mit diesem Schachzug endlich die rote Laterne im BIX abgeben können 🙂

    • Immer dieses Onleihe-Kritikastern. Hier mal eine knallharte Evaluation. Da spricht der Kunde, nicht der Preis. Und er hat mehr Prozente als mein Rotwein.

      • Leider kann ich die absoluten Zahlen nicht finden. Sind die an anderer Stelle veröffentlicht? So sind die Zahlen ja nicht verwertbar.

        • Sie meinen, es sei ein Unterschied, ob ich am Rotwein nur nippe oder ob ich die ganze Flasche hinunterstürze? Ich evaluiere das mal bei Gelegenheit.

          • Das brauche ich nicht zu meinen, dazu gibt es Untersuchungen bis zum Abwinken 🙂 Sie finden die entsprechende Literatur unter den Fachbegriffen „Sturztrunk“ „Anflutungsphase“ oder „Resorption“ und werden feststellen, dass das Umstände sind, die beim Einsatz der Widmark’schen Formel eine beachtliche Rolle spielen.

            Und natürlich meine ich, dass 13,5 Goldfäden aus der Gesamtmenge 100 Strohhalme gewoben etwas anderes ist als 13,5 Goldfäden aus 1000 Strohhalmen 🙂
            Grüße vom Webstuhl
            Müllers Tochter

    • Im gleichen Atemzug könnte man dann mal miterklären, warum man für die Katalogisierung, Bibliotheksführungen und sogenannte Infokompetenzschulungen Dipl.Bibl. braucht.

      • Nun habe ich den Lehrplan von Leipzig durch – weder Nähen / Basteln noch Kartenspiele in Ansätzen zu finden, aber Katalogisierungsähnliches Zeug schon. Stattdessen fand ich im Zusammenhang mit Ihrem Einwand diesen Artikel von Dueck im Internet 🙂 : http://blog.chip.de/business-blog/2012/01/23/erste-untroll-arten-entdeckt-uber-web-pills/

        • Der Artikel ist mir wohl bekannt und ich habe mich in ihm schon lange entdeckt 😉

          Die Anwesenheit von katalogisierungsähnlichem Zeug in Leipzig ist nun kein Nachweis für den Sinn der Anwesenheit, was aber ja keine neue Diskussion ist. Genau so wenig wie die Abwesenheit von Nähkursen kein Beleg dafür ist, dass es nicht einen Nutzen für die Bibliothek haben kann.

  2. Danke für diesen Link, Frau Drauz.
    DonBib, ein guter Rat: Konstruktion ergänzt Destruktion ganz vorzüglich.