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Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Adieu, „Auslese“, adieu!

Während in der Blogosphäre derzeit noch sortiert wird, ob der Gesetzesentwurf zum „Leistungsschutzrecht“ (die Verlage wollen sich bezahlen lassen, wenn man Texte/Textschnipsel übernimmt) relevant werden wird oder nicht (hier beispielsweise die Sichtweise von Stefan Niggemeier), hat dieses Vorhaben in der Bibliotheksblogosphäre bereits Auswirkungen: die „Auslese“ wird in fünf Tagen eingestellt werden, das Blog der Gemeindebilbiothek Grenzach-Wyhlen:

Mit dem Leistungsschutzrecht verändert sich der Kosten-Nutzen-Aufwand für dieses Weblog. Wir nehmen es daher zum Anlass, dieses Projekt zu beenden.

Kein Vorwurf deswegen, nur einen herzlichen Dank, denn ich habe das eine oder andere (via RSS übrigens!) immer gern gelesen, Herr Hoffmeier!

Aber genau das ist es: Man verspürt so ein leichtes Würgen, wenn man in Blogs wie diesen oder auf Webseiten wie die des BIB auf Presseerzeugnisse verlinkt oder aus ihnen zitiert und an diese geplanten Änderungen denkt. Oder wenn man an die Klehranlage denkt und ein Blog mit lauter Videos betreibt …

2 Kommentare

  1. Vielleicht sollten wir auch mal eine Zeitlang versuchen auf Presseartikel zu verzichten?! Mein Lieblingssatz aus dem Niggemeier-Beitrag:

    „Es geht den Verlagen also, wenn man Dietrich von Klaeden glauben darf, wozu natürlich kein Anlass besteht, bei ihrem Leistungsschutzrecht gar nicht wirklich ums Geld. Es geht ihnen ums Prinzip und darum, ihren hinkenden Vergleichen die Holzbeine zu versilbern.“

  2. Schade um den Blog mit extravaganten Einträgen, die dem Blogger entsprechen. Andererseits, wenn das kein Instrument ist, mit dem die Leser erreicht werden, sondern hauptsächlich jplies und meiner Unterhaltung dient (vermutlich auch der des Autors 🙂 ), dann ist es doch konsequent und richtig, das Instrument nicht weiter zu pflegen. Die Entschließung zeigt doch, dass nicht mit aller Gewalt eine Sau durchs Dorf getrieben werden muss, wenn das geneigte Publikum lieber Huhn isst. Ein Marketinginstrument, das nicht angenommen wird, ist nichts weiter als eine Zeit- und damit eine Geldvernichtungsmaschine. Das gilt für Blogs, Imagefilmchen, Flyer, Umfragen, Twitter- u.ä. Accounts, Online-Angebote etc gleichermaßen und wird im Bibliotheksbereich bedauerlich selten beachtet.
    Vor Herrn Hoffmeier und seinen klaren Analysen und Umsetzungen ziehe ich wie immer den Hut, seinen Blog werde ich gleichwohl vermissen.