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Zu unübersichtlich, zu unseriös

In einem Artikel in Der Westen wird für BibDiVers geworben, einem DigiBibVerbund in Südwestfalen mit Katalog- und Datenbank-Metasuche. Ob man aus Werbezwecken so auf den Putz hauen muss, Google als unübersichtlich zu charakterisieren (ja?) und die Wikipedia als unseriös?

Falls Sie übrigens nicht genau wissen, wo Südwestfalen liegt, so gibt die Stupideda einen  vorbildlich (Text und Visualisierung) Überblick!

6 Kommentare

  1. „Wikipedia kannst du schreiben, den Brockhaus schreiben Wissenschaftler.“

    Ob das einen Schüler nach den letzten Wissenschaftsskandalen dann überzeugt?

    Die Wikipedia schreibt dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Betrug_und_F%C3%A4lschung_in_der_Wissenschaft 😉

  2. Schülern und Jugendlichen (und Lehrern!) zu zeigen, dass es neben Wikipedia und Google noch andere Möglichkeiten gibt, an Informationen zu gelangen ist ja löblich, aber zu behaupten „Wikipedia biete keine geprüften Quellen“ ist völliger Blödsinn, da die meisten Wikipedia-Artikel teils umfangreiche Quellenlisten haben, von denen sich Brockhaus und Co. noch eine Scheibe abschneiden können. Google ist zwar unübersichtlicher geworden, aber die Nutzung der Digibib-Metasuche ist weitaus komplizierter. Wer schon mit Google nicht zurecht kommt, ist hier total verloren. Viel eher sollten sich die Bibliotheken auf die Vermittlung von Recherchekompetenz und Quellenbewertung konzentrieren als solche dummen „Google-Wikipedia (und fast das gesamte Internet) = Böse / Bibliotheken-Wisssenschaft = Gut“ Pauschalurteile zu verbreiten.

    Der Falen-Artikel in der Stupidedia ist großartig (den Ostwestfalen-Artikel hatte ich mal geschrieben 🙂

  3. Ich verstehe wie immer nicht, was dieses Kollegen-Bashing-Genörgel soll. Edlef hat doch auf diesen „shit librarians say“ Wettbewerb hingewiesen:
    ///log.netbib.de/archives/2012/09/25/shit-librarians-say/

    Die Herrschaften aus Falen nehmen offensichtlich daran teil. Anders lässt es sich nicht erklären, dass der Artikel sich liest wie die Übersetzung der Vorschlagsliste des Wettbewerbs:
    “You can’t find everything on Google”
    “Try Google Scholar”
    “Ask a Librarian”
    “Wikipedia is not an academic source”
    “The call number is like the book’s address”
    “Boolean operators are cool”
    “I don’t know the answer to that, but I’ll find someone that does”
    “Bring that pen back or I’ll hunt you down”
    “I like cats”

    Kreidefressergrüße 🙂

  4. @pm Danke für die Ergänzung
    @bibliothekswelt Von Ihnen kam der erste Hinweis auf die Stupidedia. Werde ich nie vergessen! 🙂

  5. Dass Bibliothekare (und verwandte Berufe) Wikipedia und Google gegen bibliothekarische Angebote verteidigen finde ich schon skurril. Wir profilieren uns gegenüber der Öffentlichkeit damit ganz prima als Berufsnörgler und Wortgoldwaagenwieger. Sicher war die Wortwahl etwas ungünstig – falls das im Artikel korrekt zitiert wurde. Aber deswegen so „draufzuhauen“ wie man es anderen vorwirft, ist auch nicht gerade gelungen. Ganz ehrlich: Google & Wikipedia sorgen schon für sich. Wenn Bibliothekare auf andere Berufskollegen schimpfen, lacht man sich andernorts ins Fäustchen. Habt Ihr keine anderen Feindbilder als Eure Kollegen?