netbib weblog

Der kurioese Bibliotheksbote worinnen zu finden sind allerley newe Zeitungen

Mehr Informationskompetenz

Auf der 13. Mitgliederversammlung der Hochschulrektorenkonferenz am 20.11.2012 wurde eine Empfehlung mit dem Titel „Hochschule im digitalen Zeitalter: Informationskompetenz neu begreifen – Prozesse anders steuern“ verabschiedet.

[via Hapke-Weblog]
Man könnte das jetzt als großen Erfolg feiern, dass die Haupt-Lobbyorganisation der Hochschulen endlich der Informationskompetenz den Platz zuweist, der ihr in einer Informations- und Wissensgesellschaft zukommt. Man kann es aber auch kritisch würdigen, wie es Hans-Christoph Hobohm in InfoLIS getan hat. Er konstatiert:

„Für mich entsteht vor allem deshalb die Frage, wer soll die geforderten Trainingskurse für Studierende, Dozenten, Rektoren, Forscher und Bibliothekare mit welchen Inhalten durchführen. Natürlich werden sich Bibliothekare finden, die entsprechend den vorhandenen Modellen der Informationskompetenzschulungen Kurse abhalten werden. Ich habe selber in meinem richtigen Leben (vor der Fachschullehrerposition) auch solche Kurse gegeben. Evaluiert man diese Art Kurse jedoch genauer, so kann man sehen, dass der in dem Papier geforderte erweiterte Kompetenzbegriff – bis hin zu Informationsverantwortung – dadurch nicht erreicht werden kann.“

2 Kommentare

  1. Pingback: Auf dem Weg zur informationskompetenten Hochschule – die HRK zum Thema Informationskompetenz | Hapke-Weblog

  2. Sehr positiv bei dem HRK-Papier zu sehen ist, dass die jahrelange Forderung nach Ausbau von Informationskompetenz nun die Hochschulleitungen erreicht hat. Das sehe ich als einen großen Erfolg. Aber das ist erst der Anfang.

    Die Bibliotheken, als Hauptträger dieser Forderung, müssen sich nun – zusammen mit den Hochschulleitungen – mit der von Herrn Hobohm gestellten Frage nach dem „Wer Info-Kompetenz vermitteln soll“ befassen. Klar ist, dass die Personalressourcen der Bibliotheken nicht ausreichen, um diese neue Herausforderung zu bewältigen. Organisatorische Änderungen und eine Neuprofilierung der Bibliotheken werden nicht genügen um den Anforderungen des HRK-Papiers gerecht zu werden.

    Die Frage nach dem „Wer“ muss vielmehr ergänzt werden um die Frage nach dem „Wie“. Und hier weist das HRK-Papier auch schon in die richtige Richtung: Empfohlen wird Kooperation z.B. mit den „Hochschuldidaktischen Zentren und Medienzentren“ (S. 18) , die Aufgabe der „Trennung … zwischen Bibliothek und Rechenzentren“ (S. 16), Vermeidung von Redundanzen durch mehr curriculare Abstimmungen (S. 10) , Aufbau „interaktiver Lehr- und Lernszenarien“ (S. 11), Aufbau von Steuerungseinrichtungen („Governace“) auch zur Stärkung der organisatorischen Informationskompetenz (S.13).

    Eine systematische Realisierung der Forderungen des HRK-Papiers wird wohl auch erfordern, dass die Bibliotheken sich viel stärker als bisher auf Multiplikatoren-Konzepte in Verbindung mit Lehr- und Forschungsberatung stützen müssen.

    Wichtig wird sein, dass die Bibliotheken an die Hochschulleitungen überzeugende Vorschläge einbringen, wie Informationskompetenz an den jeweiligen Hochschulen systematisch gefördert werden kann und über welche Teil-Kompetenzen bzw. Teil-Qualifikationen die Bibliotheken verfügt, um diese Förderung zu realisieren.